Köpenick - Sie ist eine der wichtigsten Brücken über die Spree. Doch sie leidet unter Betonkrebs, einer chemischen Reaktion, die Bauwerke von innen zerfrisst. Die Salvador-Allende-Brücke in Köpenick muss abgerissen und neu gebaut werden.

Über Jahre hinweg wird der Bereich zur Baustelle – mit gravierenden Folgen für Autofahrer und Busfahrgäste, die mehr Zeit einplanen müssen. Jetzt hat Verkehrs-Staatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) den aktuellen Zeitplan für das Projekt vorgelegt. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hatte danach gefragt. Sein Reaktion am Montag: „Das wird ganz schön heftig.“

Bis zum dritten Quartal dieses Jahres soll das europaweite Ausschreibungs- und Vergabeverfahren für die Hauptbauleistung abgeschlossen werden, teilte der Staatssekretär mit. Danach werden die Brücke, Rampen und Uferwände neu gebaut – was laut Senat bis zum zweiten Vierteljahr 2021 dauert. Im vergangenen Jahr war von einer Eröffnung im Jahr 2020 die Rede.

Bis zu 25.000 Fahrzeuge nutzen die 1981 eröffnete Spannbetonbrücke pro Tag. Wichtige Buslinien führen dort über die Müggelspree hinweg. Schon heute sei die Verkehrssituation im Bereich der Brücke als „angespannt zu bewerten“, hieß es.

Risse durchziehen das Bauwerk

Für den Verkehr werde es während der Bauzeit einen Fahrstreifen pro Richtung geben – wie heute, so der Staatssekretär. Bereits vor rund drei Jahren wurde der westliche Brückenüberbau gesperrt und der Verkehr auf der Osthälfte konzentriert. Risse zeigen, dass das 132 Meter lange Bauwerk nicht mehr durchhält.

Allerdings liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass auch der östliche Überbau gesperrt werden muss, teilte Kirchner mit. Jährlich werde die Brücke überprüft, und die Risse werden kartiert. „Ich hoffe, dass die Brücke die Belastung erträgt, bis der Neubau fertig ist“, sagte Schreiber. Sonst sei ein großer Teil des Bezirks nur noch auf Umwegen erreichbar, so der Abgeordnete.

Die erwarteten Kosten für das Brückenprojekt sind gestiegen – um rund 5,3 Millionen auf 37 Millionen Euro. Angesichts der aktuellen Marktentwicklung mussten Baupreise nach oben korrigiert werden, hieß es. Auch der Zeitplan musste geändert werden. Weil sich die Schäden schneller als erwartet ausbreiteten, passte der Senat die Planung an. 2016 sollte der Abbruch des westlichen Überbaus beginnen, doch die Ausschreibung musste aufgehoben und wiederholt werden. Es habe kein vernünftiges Angebot gegeben, hieß es im Senat.