Anderthalb Sekunden braucht er für die Unterschrift. Dann lächelt Egidio Marzona etwas scheu in die Runde, holt tief Luft. Endlich. Die Aufregung legt sich. Soeben hat er mit der Signatur unter der Schenkungsurkunde den Staatlichen Museen zu Berlin einen Schatz vermacht. Und damit gehalten, was seit 2002, als er schon einmal so spendabel gewesen ist, versprochen war.

Vor zwölf Jahren hatte der Kunstsammler Egidio Marzona der Nationalgalerie, dem Kupferstichkabinett und der Kunstbibliothek ein riesiges Konvolut überlassen. Kunststile der 1960er/1970er-Jahre wie Arte Povera (Arme Kunst), Concept Art und Minimal Art zählen dazu. Auf Auktionen werden Millionen für solche Objekte gezahlt. Aber der Kunstmarkt lässt Marzona kalt. Er will nicht verkaufen; er möchte für seine geliebte Sammlung nichts Geringeres als ein museales Umfeld. Das ist der Lohn für Jahrzehnte obsessiven Sammelns, auf Auktionen, in Galerien, Ateliers.

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