Nach rund zwei Jahren Bauzeit soll die Bösebrücke in Berlin am Mittwoch wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach Angaben einer Senatssprecherin stehen an der nördlichen Seite noch Arbeiten am Gehweg und beim Korrosionsschutz an, die sich sich wegen des starken Regens in den vergangenen Wochen verzögert hätten. Mit der offiziellen Verkehrsfreigabe sei am frühen Mittwochnachmittag zu rechnen. Autofahrer, Fußgänger und Straßenbahn können die Brücke dann wieder in beide Richtungen passieren.

1989 wurde die Bösebrücke berühmt

Die Bösebrücke verbindet in Ost-West-Richtung Berlin-Gesundbrunnen mit Prenzlauer Berg. Weil die Bornholmer Straße über die Brücke verläuft, kennen viele Berliner dieses Bauwerk als „Bornholmer Brücke“. Doch so hieß die 138 Meter lange Überführung nie offiziell. Die erste genietete Stahlbrücke der Stadt trug bei ihrer Eröffnung 2016 den Namen Hindenburgbrücke. 1948 wurde sie nach Friedrich Wilhelm Böse benannt – einem Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime, der 1944 hingerichtet wurde. 1989 wurde die Brücke berühmt: Dort begann der Mauerfall, die DDR-Grenzübergangsstelle Bornholmer Straße wurde in der Nacht zum 9. November 1989 als erste geöffnet.

Später sang David Bowie: „Twenty thousand people cross Bösebrücke.“ Auch in der Soap Opera „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“, spielt das Bauwerk eine wichtige Rolle – als „böse Brücke“.

Stahlkonstruktion nicht mehr belastbar

Bei einer Statikprüfung 2012 stellte sich heraus, dass die genietete Stahlkonstruktion der Bösebrücke langfristig nicht mehr belastbar war. Im Juli 2015 starteten dann die auf zwei Jahre angelegten Sanierungsarbeiten. Ursprünglich hieß es, dass die Brücke Mitte 2017 wieder in beiden Richtungen befahrbar sein werde. Doch das Baupensum erwies sich als größer als erwartet. So mussten Stahlbetonfertigteile ausgetauscht werden. Weil das nur während der Sperrpausen möglich war, die mit der Bahn lange zuvor verabredet worden waren, musste der Bauablauf umgestellt werden. (pn/dpa/BLZ)