Flugpassagiere müssen in Berlin noch länger mit Enge und anderen Unannehmlichkeiten leben. Trotz der Verzögerungen beim neuen Großflughafen BER soll in Tegel nur das Nötigste getan werden, um die Wartezeit bis zur Eröffnung in Schönefeld zu überbrücken. Zehn bis 20 Millionen sollen investiert werden. Darauf einigte sich der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FBB am Mittwoch. Vor wenigen Tagen wurde noch eine Summe von 50 Millionen genannt. Die Zeit- und Kostenpläne zur Fertigstellung des BER sind nach wie vor offen, wie Chefaufseher Matthias Platzeck sagte.

Kleinere Sanierungen in Schönefeld

Über die größte erwogene Investition in Tegel, den Anbau am Terminal C für weitere 20 Millionen Euro, wurde zunächst keine Entscheidung getroffen. Erst einmal sollten Maßnahmen für mehr Sicherheit und für bessere „Verkehrsabläufe“ ergriffen werden, sagte Platzeck. Dafür seien zehn bis 20 Millionen Euro vorgesehen, „das ist viel Geld“. Instandsetzungsbedarf gibt es auf dem 38 Jahre alten Terminal in Tegel bei Gepäckbändern, Klimatechnik und Toiletten. Für Investitionen in diese Bereiche waren ursprünglich bis zu 30 Millionen Euro im Gespräch. Auf dem Alt-Flughafen Schönefeld, der ebenfalls längst schließen sollte, sind kleinere Sanierungen geplant.

Das Land Brandenburg, das Platzeck als Ministerpräsident regiert, hatte sich gegen größere Investitionen gewandt. Platzeck betonte jedoch, das Erscheinungsbild in Tegel müsse für Passagiere hinnehmbar sein.

Vor der Sitzung hatte die Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz an den Aufsichtsrat appelliert, einem Ausbau in Tegel nicht zuzustimmen. Trotz des BER-Debakels und der hohen Auslastung des Flughafens Tegel habe es weiterhin Kampagnen zur Gewinnung zusätzlicher Fluggäste gegeben. Der Schließungsbeschluss aus dem Jahr 2004 sei unter anderem mit Sicherheitsmängeln begründet worden – bei damals 140.000 Flugbewegungen und 11,1 Millionen Fluggästen. 2012 habe es 171 000 Flüge und mehr als 18,2 Millionen Passagiere gegeben. Eine neuerliche Kapazitätserweiterung müsse vermieden werden. „Die Sicherheitslage am und um den Flughafen Tegel wird an ihre Grenzen getrieben“, erklärte die Bürgerinitiative.

BER-Bestandsaufnahme im Juli

Wie es am BER weitergeht, soll laut Technik-Vorstand Horst Amann eine Bestandsaufnahme bis Juli zeigen. Die Suche nach einem neuen FBB-Chef soll im März in die entscheidende Phase treten. Dann hoffe er auf Gespräche mit Kandidaten, sagte Platzeck. Bis zum Amtsantritt des künftigen Vorstandschefs könne es aber noch dauern.