Berlin - Wenn nur alle Berliner Behörden so schnell bauen würden wie die Universitäten: Seit 2015 haben sie bereits 73 von 139 Bauvorhaben abgewickelt, für die sie zusätzliches Geld einsetzen können. Zwanzig Projekte werden bis zum Frühjahr fertig, 46 stehen am Anfang oder in Planung.

Insgesamt stehen seit 2015 jährlich 32 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, weil der Bund damals den Ländern die Bafög-Zahlungen abgenommen hatte – bisher also 96 Millionen Euro. 78 Millionen Euro wurden den elf staatlichen sowie vier weiteren Hochschulen zur freien Verfügung gegeben, 18 Millionen Euro steckte der Senat in Hochschulprojekte, die in seiner Regie laufen, rechnete Wissenschafts-Staatssekretär Steffen Krach (SPD) am Dienstag vor. Dazu zählt auch die Sanierung des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität.

Krach ordnete die Größenordnung der zusätzlichen Ausgaben ein: Sie bedeuteten, dass sich die jährlich zur Verfügung stehenden Mittel nahezu verdoppelt hätten.

Mehr Verantwortung für Hochschulen

Das Geld wurde und wird für verschiedenste Bauvorhaben eingesetzt: Sie reichen von 2400 Euro für die Beseitigung von Undichtigkeiten an einem Gebäude der Freien Universität über 350.000 Euro für eine Brandschutzanlage in der Universität der Künste, 2,1 Millionen für die Sanierung des Hörsaals 10 der Humboldt-Universität bis zu 3 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen zur Sanierung der Alten Psychiatrie der Charité in Mitte.

Krach kündigte an, dass die 32 Millionen jährlich weiter fließen werden. Weiterhin würden aus dem von Haushaltsüberschüssen gespeisten Infrastruktur-Topf bis 2026 rund 2 Milliarden Euro zusätzlich an die Hochschulen fließen.

Weil die Hochschulen so gut und schnell geplant und gebaut hätten, sollen sie mehr Verantwortung erhalten, so Krach. Sie können über Maßnahmen bis 5 Millionen Euro Kosten selbst entscheiden, bislang waren es 4 Millionen.