Sanierungsfall Schwimmhalle: Bäderbetriebe fordern höheren Zuschuss vom Land

Berlin - Gut 50 Millionen Euro, sagt BBB-Vorstand Klaus Lipinsky, bräuchte sein Unternehmen jährlich, um die Bäder dauerhaft zu erhalten und attraktiver zu gestaltet. In diesem Jahr beträgt der Zuschuss 41,5 Millionen Euro, im vergangenen Jahr waren es 38,5 Millionen – plus fünf Millionen Euro aus dem Bädersanierungsprogramm. Doch das endet nun.

„Wir haben in den vergangenen Jahren 72,8 Millionen Euro in den Bädern verbaut“, so Lipinsky. Der aktuelle Sanierungsbedarf betrage 85 Millionen Euro. Schwerpunktmäßig seien neun Bäder betroffen. So müsse etwa das 25 Jahre alte Bad am Spreewaldplatz in Kreuzberg dringend saniert werden, ebenso die Schwimmhalle Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg und das Stadtbad Tiergarten. Auch die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark an der Landsberger Allee sei sanierungsbedürftig, so Lipinsky.

Um den Wert der Bäder zu erhalten, müssen einer Berechnung der kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement zufolge jährlich zwei Prozent des Wiederbeschaffungswertes der Bäder jährlich investiert werden – bei den BBB wären das 11,58 Millionen Euro. Für bauliche Unterhaltung stehen dem Unternehmen dieses Jahr aber nur 9,1 Millionen Euro zur Verfügung, 2013 sind es 7,6 Millionen Euro.

Bäder müssten auch attraktiver werden

Mit einem dauerhaften Zuschuss von 50 Millionen Euro sei es möglich, die 33 Schwimmhallen, 4 Kombibäder, 24 Sommer- und Freibäder sowie 6 Schul- und Vereinsbäder dauerhaft zu erhalten, so Lipinsky. Allerdings müssten die Bäder auch attraktiver werden. „Wir wissen um die Situation des Landeshaushalts. Aber man sieht, dass das Bädersanierungsprogramm ein guter Ansatz war.“ Das müsse nun weitergeführt werden.

Wie die Vorsitzende des Sportausschusses im Abgeordnetenhaus, Karin Seidel-Kalmutzki (SPD), erklärte, sei die rot-schwarze Koalition bemüht, den Betrag für die Bäderbetriebe auf 50 Millionen Euro jährlich aufzustocken. „Einige Bäder haben einen hohen Sanierungsbedarf, andere gehen nun wieder ans Netz – auch das verursacht höhere Kosten“. Am Donnerstag wollen sich Mitglieder des Sportausschusses am Rande der Abgeordnetenhaussitzung treffen, um ausstehende Fragen zu erörtern. Strittig ist, wofür das Mehr an Zuschuss genutzt werden darf: Während die SPD die zusätzliche Summe nur für Investitionen bewilligen will, lehnt die CDU Beschränkungen ab. Seidel-Kalmutzki: „Klar ist aber: Keiner hat ein Interesse, dass Bäder geschlossen werden.“