Sarah Connors „Christmas Concerts“ in Berlin: Wer das nicht liebt, muss ein Grinch sein

Auch wenn beim „The Christmas Concert“ nur 4500 Zuschauer Platz fanden, war es genau richtig für ein weihnachtliches Fan-Treffen. Eine Konzert-Rezension.

Mit Weihnachtsliedern ein Publikum einheizen - Sarah Connor ist es am Vorabend des 1. Advents gelungen.
Mit Weihnachtsliedern ein Publikum einheizen - Sarah Connor ist es am Vorabend des 1. Advents gelungen.Sebastian Ahlefeld/privat

Ich gehöre zu den Menschen, bei denen die Weihnachtsstimmung sehr spät aufkommt. Ich meide, solange es geht, Weihnachtslieder und das Schmücken meiner Wohnung. Sarah Connor hat es geschafft, dass in diesem Jahr meine gute Weihnachtslaune schon am Vorabend des Ersten Advents herausgekitzelt wurde.

Auf ihrem ersten „The Christmas Concert“ in Berlin verzauberte Sarah Connor ihr treues Publikum mit einer winterlich-weihnachtlichen Bühnenshow. So nahm sie die Besucher in der ausverkaufte Verti-Music-Hall mit auf eine Reise im Weihnachtexpress durch traumhafte Winterlandschaften – aber auch mit in glitzernde Rock-Pop-Weihnachtträume. Man muss dem Kitsch ein bisschen Raum geben, auch Ende November schon. Weihnachtszyniker sollten also nicht weiter lesen.

Not So Silent Night

Im roten Valentino-Kleid sang sie eine gut abgestimmte Auswahl: von den amerikanischen Weihnachtsklassikern wie „The Christmas Song“ (Merry Christmas to you) und „Rudolph the red nosed reindeer“ bis hin zu eigenen neuen Pop-Rock-Weihnachtssongs wie „Christmas 2066“ und „Not So Silent Night“. Übrigens: „Not So Silent Night“ ist auch der Name ihres neuen Weihnachtsalbums, das seit Samstag auf Platz 1 der Album-Charts verharrt. Musikalisch begleitet wurde die Sängerin von ihrer Band und von einem klassischen Streicher-Quartett sowie vier Backgroundsängern, modisch ausgestattet vom Berliner Stylisten Frank Wilde.  

Die Sängerin Sarah Connor mit klassischem Streich-Quartett. 
Die Sängerin Sarah Connor mit klassischem Streich-Quartett. Britta Pedersen/dpa

Was wäre ein Weihnachtskonzert ohne die beiden berühmtesten Weihnachtssongs der Welt? So sang Sarah Conner das sinnliche „Ave Maria“ auf Latein, so zärtlich, wie ich es noch nie gehört habe. Und bei „All I want for Christmas“ von Mariah Carey zeigte sich die unglaubliche Stimmgewalt der Sängerin, die mit ihren Fans auch ganz private Weihnachtsgeschichten teilte. Was wäre ein Connor-Konzert ohne ein politisches Statement? So nutzte sie die Bühne für einen Aufruf zum Schutz des Klimas und für die Situation der Menschen in der Ukraine.

Selbst die größte Schwierigkeit eines solchen Weihnachtskonzerts konnte die Sängerin überwinden: So balancierte das Publikum zwei Stunden zwischen weihnachtlicher Besinnlichkeit und tanzfreudiger Weihnachtsparty. Wer bei Connors Weihnachtskonzerten nicht in Weihnachtsstimmung kommt, der muss schon ein Grinch sein.

Noch bis Dienstag wird Sarah Connor ihr „The Christmas Concert“ in Berlin zum Besten geben. Weitere Stationen sind: Erfurt, Bremen, Hamburg, Hannover, Köln, Oberhausen.