Der große Gelbe wird kleiner. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) testen einen Doppelstockbus, der fast drei Meter kürzer als die jetzigen Fahrzeuge ist und nur eine Treppe zum Oberdeck hat. Das geht aus einer Bekanntmachung hervor, die das Landesunternehmen im Online-Dienst TED der Europäischen Union veröffentlicht hat.

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania, der größtenteils Volkswagen gehört, hat den Auftrag bekommen. Bestellt wurde ein rund elf Meter langer Doppelstockbus, der Platz für 86 bis 92 Fahrgäste hat. „Der Bau soll im September beginnen, die Auslieferung hoffentlich im Dezember stattfinden“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Freitag.

Die 415 Doppeldecker, die heute für die BVG durch Berlin rollen, sind voluminöser. Die Busse vom Typ Neoman A 39 haben eine Länge von 13,70 Meter, können 128 Fahrgäste aufnehmen und haben zwei Treppen. Doch die Dreiachser sind für viele Buslinien zu groß, so die BVG. Dort würden kürzere Zweiachser ausreichen. Sie ließen sich nicht nur preiswerter beschaffen, sie seien auch leichter, was Kosten spart.

Reetz wies darauf hin, dass es sich bei dem neuen Bus um einen Prototyp handelt – ein Fahrzeug, das im Alltagsbetrieb erprobt wird, bevor weitere Kaufentscheidungen fallen. „Die Größe ist und bleibt variabel“, sagte sie. „Die tatsächliche Länge ergibt sich bei einer Serienbestellung aus dem Bedarf.“ Dass der Prototyp elf Meter lang ist, habe damit zu tun, dass es sich um das international übliche Maß handelt, das wirtschaftlich produziert werden kann. Scania-Doppeldecker sind bereits in Großbritannien, Hongkong und Singapur unterwegs, allerdings mit schlechteren Abgaswerten. Was Ende 2014 in Berlin anstünde, sei die Weltpremiere eines Euro-6-Doppeldeckers von Scania.