Berlin„Altbautraum in Friedrichshain“ steht über dem aktuellen Inserat für eine Vierzimmerwohnung mit 115 Quadratmetern. Die Kaltmiete, die der Vermieter für die Wohnung gerne hätte, beläuft sich auf 1800 Euro. Hinzu kommen 270 Euro für die Nebenkosten, wodurch sich die Gesamtmiete für die Wohnung auf 2070 Euro monatlich erhöht. Mietendeckel? Ach ja, den gibt es ja auch noch. Unter „Sonstiges“ findet sich der Hinweis, dass die „vorstehend angegebene Miete diejenige Miete ist, die im Mietvertrag vereinbart werden wird.“ Wegen des Mietendeckels werde aber „bis auf weiteres nur eine Nettokaltmiete von 1015 Euro gefordert“, also 785 Euro weniger. Für den Fall, dass der Mietendeckel vor Gericht gekippt werde, behalte sich der Vermieter die Nachforderung der Mietdifferenz vor.

Solche Inserate finden sich zurzeit immer mehr in Berlin. Vermieter versuchen sich damit für den Fall abzusichern, dass das Bundesverfassungsgericht den Mietendeckel für unzulässig erklärt. Oder sie bauen für die Zeit vor, dass der Mietendeckel nach fünf Jahren ausläuft, um dann die höhere Miete zu kassieren. „Schattenmieten“ werden diese Mieten auch genannt.

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