Dass die Welt ohne Empathie nicht überleben könne, verkündete Benno Fürmann am Mittwoch etwas pastoral in den Räumen der Bundespressekonferenz. Der Schauspieler und ein Bündnis verschiedener Institutionen, Künstler und Aktivisten warben für die gute Sache: Unter dem Hashtag #unteilbar sollen am Sonnabend 40.000 Menschen in Berlin gegen Rassismus und für eine offene und solidarische Gesellschaft demonstrieren.

Fürmann hat sich schon für den Welt-Aids-Tag engagiert, für Organspenden und Menschenrechtsbewegungen starkgemacht. Trotzdem ist es selten, dass der „Bubi Scholz“- und „Babylon Berlin“-Darsteller außerhalb seines Berufs in Erscheinung tritt. Der Berliner tingelt nicht durch Talkshows, man erfährt selten etwas über sein Privatleben. Fürmann ist ein kantiger Typ, zu cool für TV-Plapperrunden.

Er scheint sich offenbar nichts beweisen zu müssen, seine Karriere hatte bereits große Momente. Vielleicht schon ihre größten. Denn abgesehen von seiner Rolle als Oberst Günther Wendt in Tom Tykwers Serienerfolg „Babylon Berlin“ hat Fürmann bei der Auswahl seiner Rollen nicht immer ein glückliches Händchen.

Ein Mann für ernste Rollen

Er ist toll als Außenseiter und Kämpfer, glänzte als Box-Legende Bubi Scholz und als Bergsteiger Toni Kurz in Philipp Stölzls „Nordwand“. Gar herausragend war er in der Rolle des Fahrerflüchtigen in Christian Petzolds Drama „Wolfsburg“. Komplett fehlbesetzt hingegen wirkt Fürmann in ARD-Schmonzetten vom Schlage „Weniger ist mehr“, in der er einen hyperaktiven Manager mimt, der sein Leben ändern will. Dabei hat sich Fürmann, geboren 1972, längst aus genau jenem Segment rausgearbeitet. Vergessen sind die Jahre der RTL-Ruhrpott-Serie „Und tschüss!“ in der er sich als schlichter Autoschrauber Günni durch die Folgen witzelte.

Benno Fürmann ist im ernsthaften Rollen besser besetzt, das will er auch am Sonnabend zeigen: Laut Veranstalter nehmen der Schauspieler und seine Familie ebenfalls an der Demonstration durch Berlin teil.