Armin Müller-Stahl konnte mit der Gelassenheit des sicheren Preisträgers am Freitagabend zur Verleihung der Deutschen Schauspielerpreise 2016 in den Zoo-Palast gehen. Als Empfänger des Ehrenpreises für sein Lebenswerk stand er schon vorab fest. Sein Laudator, der Regisseur Costa-Gavras, hat mit 83 Jahren längst selbst das Alter für solche Gesamtwerk-Ehrungen erreicht. Mit Costa-Gavras verbindet Mueller-Stahl die Erinnerungen an seinen ersten großen internationalen Erfolg, denn der griechisch-französische Regisseur, der sich damals noch Constantin Costa-Gavras nannte, vertraute dem Hollywood-Neuling Ende der Achtziger in seinem Polit-Thriller „Music Box – Die ganze Wahrheit“  die erste Hauptrolle in einer US-Produktion an.

Dieter Kosslick hielt die Lobrede auf die katalanische Regisseurin und Drehbuchautorin Isabel Coixet, deren Film „Nobody Wants the Night“ 2015 die Berlinale eröffnete. Kosslick wusste auch genau, warum dieser Regisseurin genau der Preis zustand: „Isabel ist eine engagierte Filmemacherin und große Künstlerin.“

Jasmin Tabatabai traute sich am Abend der Preisverleihung in einem Saal voller Kollegen als Sängerin auf die Bühne. Weil sie sich in diesem Kreis wohlfühlte. „Der Schauspielpreis ist so ein schöner, intimer Abend. Wie ein Klassentreffen.“

Bjarne Mädel kam sich als Moderator der Preisverleihung vor „wie ein Schwein, das eine Metzgerei eröffnet. Man ist vom Fach, steht aber auf der falschen Seite.“ Womit er sich tröstete: „Mach dir keinen Kopp, du hast den Oettinger als Vorgruppe.“ EU-Kommissar Günther Oettinger hatte tatsächlich vor Mädel gesprochen und dabei eine „Alles wird gut!“-Rede an die versammelte Filmbranche gehalten. Und sich gewundert, dass Costa-Gavras nach Berlin gekommen war: „In Cannes hätte er besseres Wetter und besseren Wein.“

Louis Hofmann freute sich schon Stunden vor der Preisverleihung über einen Gruß seines Freundes Jannis Niewöhner, der wegen Dreharbeiten nicht zur Preisverleihung kommen konnte und ausrichten ließ, dass er ihm für den Nachwuchspreis die Daumen drücke. Was Hofmann besonders großartig fand, weil sein Freund Jannis ebenfalls nominiert war. Sein Daumendrücken hat vielleicht den Ausschlag gegeben. Sein neuester Preis –seit Monaten scheint er ein Trophäen-Abo zu haben – ist Hofmann besonders wichtig: „Dieser Preis kommt von den Kollegen, die sich mit meinem Beruf auskennen.“

Tedros Teclebrhan hielt eine Dankesrede der Extraklasse, denn ihm gelang es, das Publikum zu rühren und zu amüsieren. „Hätte meiner Mutter jemand gesagt: Wenn du mit deinen drei Kindern von Eritrea nach Deutschland flüchtest, dann bekommt eines davon den Deutschen Schauspielerpreis...“ Dabei hätte es mit dem Preis „Starker Auftritt“ fast nicht geklappt, denn die Rolle wollte er eigentlich ablehnen: „Es war der fünfte Taxifahrer...“ Samuel Finzi dankte besonders potenziellen Geldgebern, die für seinen Film kein Geld gaben: „Nur so konnten wir diesen Film drehen.“