Es begann als Poker-Runde in einem Café in Gesundbrunnen. Und endete in einem selbst für die hartgesottene Berliner Unterwelt ungewöhnlich brutalen Gewaltausbruch. Mit Hämmern, Äxten und Baseballschlägern gingen die Kriminellen aufeinander los, auch Schüsse fielen. Ein Mann wurde blutüberströmt in ein Krankenhaus gebracht. Für eine Frau kam dagegen jede Hilfe zu spät. Sie starb an ihren Verletzungen.

Gegen drei Uhr morgens bricht an der Prinzenallee auf Höhe der Bellermannstraße in einem Café plötzlich die Hölle los. Wo eben noch mehrere Menschen zusammensaßen und Poker spielten, prügeln, schlagen, treten und stechen nun urplötzlich mindestens acht Männer aufeinander ein.

Für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät

„Im weiteren Verlauf verlagerte sich die mit Gegenständen wie Äxten, Hämmern und Baseballschlägern ausgetragene Auseinandersetzung vor das Café“, so eine Polizeisprecherin. Mehrere Zeugen sollen den Ermittlern gegenüber zudem von Schüssen gesprochen haben.

Als die von Anwohnern alarmierten und aufgrund der unübersichtlichen Lage auch mit Maschinenpistolen ausgerüsteten Einsatzkräfte am Tatort eintreffen, ist ein Großteil der Schläger bereits geflüchtet. Als die Ermittler das Café, in dem die Schlägerei begann stürmen, finden sie nur noch einen blutüberströmten und schwer verletzten Mann, der aber ansprechbar ist und bei dem keine Lebensgefahr besteht.

Anders ist das bei einer 23-jährigen Frau: Leblos liegt sie direkt vorm Eingang des Cafés. Die Polizisten leisten sofort Erste Hilfe, bis ein Notarzt eintrifft. Der kann die 23-Jährige zunächst reanimieren, dann wird die aus Bosnien-Herzegowina stammende Frau in ein Krankenhaus gebracht. Doch hier verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand plötzlich dramatisch – kurz darauf stirbt die 23-Jährige.

Ob sie durch einen Schuss oder eine der anderen eingesetzten Waffen wie Axt oder Baseballschläger tödlich verletzt wurde, konnte die Polizeisprecherin Sonnabend nicht sagen. Fest steht aber, dass die Frau zu einer der beiden in die Auseinandersetzung verwickelten Gruppen gehört.

Polizei sichert stundenlang Spuren

Ein im Lauf des Tages im Umfeld des Tatorts entstandenes Gerücht, es habe sich um eine Auseinandersetzung im Rockermilieu gehandelt, wurde von den Ermittlungsbehörden zunächst nicht bestätigt.

Vor Ort wurden stundenlang Spuren gesichert, Anwohner und Zeugen befragt. Neue Erkenntnisse, warum die Poker-Runde in einem Blutbad endete, oder gar Festnahmen möglicher Tatverdächtiger gibt es bisher noch nicht.