Berlin - Erst kam die „Barbarossa“, dann die „Vamos“ und die „Auguste“ aus dem Jahre 1863, gefolgt von dem ehemaligen DDR-Grenzboot G42. Das historische Rettungsboot „Fünfer“, das Partyschiff „Mieze“ und die „Nordost“ schlossen sich an. Der Ausflugsdampfer „Eintracht“, auch er schon ziemlich betagt, füllte am Märkischen Ufer die letzte Lücke. Freitagmittag war die Spree in Mitte Schauplatz einer ungewöhnlichen Demonstration. Acht Schiffe aus dem historischen Hafen Berlin lagen Seite an Seite, um den Verlauf einer Brücke zu markieren, die es nicht mehr gibt. Wo die Fahrzeuge der Berlin-Brandenburgischen Schifffahrtsgesellschaft sehr zum Unwillen aufgescheuchter Blesshühner nebeneinander pausierten, führte einst die Waisenbrücke über den Fluss. Mit dem Brückentag am Brückentag demonstrierten Bürger für den Wiederaufbau in zeitgemäßer Form.

Wer sich nicht vorstellen kann, wo die Demo stattfand: Die Jannowitzbrücke, benannt nach dem Investor Christian August Jannowitz, ist nicht weit entfernt. Doch diese Spreequerung, die einst mautpflichtig war, ist jünger als der einstige Brückenschlag westlich davon. Dagegen wurde die erste Version der Waisenbrücke, benannt nach einem damals benachbarten Waisenheim, 1703 für den Verkehr freigegeben. Die damalige Holzbrücke wurde nach fast zwei Jahrhunderten durch ein Bauwerk aus Stein ersetzt.

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