Berlin - Nach 37 Jahren bekommen Berlins Polizisten neue Dienstwaffen. Bis zu 24.000 der modernen Pistolen werden ab Juli sukzessive ausgegeben, teilte die Senatsverwaltung für Inneres und Sport kürzlich mit. Jetzt sind die ersten Waffen geliefert worden. Und sorgen für Ernüchterung: Denn bei einer polizeiinternen Qualitätsprüfung sind die Pistolen durchgefallen und nach aktuellem Stand nicht einsatzbereit. Hersteller Heckler & Koch muss nachbessern.

37 Jahre lang war ein Modell vom Typ SIG Sauer die Standardwaffe der Berliner Polizei. Doch weil die 1978 entwickelte Handfeuerwaffe mittlerweile nicht mehr „den Ansprüchen moderner Polizeiarbeit“ entspricht, wie es behördenintern heißt, wurden nach einer Ausschreibung im Dezember vergangenen Jahres 24.000 hochmoderne Pistolen vom Typ SFP 9 bestellt. Die Waffe würde „der technischen Richtlinie der Polizei und damit den kundenspezifischen Anforderungen“ entsprechen, teilte Heckler & Koch Anfang des Jahres mit.

Etwas Fein-Tuning

Doch bei einer Qualitätsprüfung inklusive Testschießen vor wenigen Wochen bemängelten die zur Prüfung eingesetzten Polizisten nach Informationen dieser Zeitung, dass die neue Waffe zu ungenau schießen würde und das Trefferfeld damit „zu groß“ sei. Ein Beamter soll laut Bild am Sonntag sogar von „herausfallenden Magazinen“ gesprochen haben. 

Eigentlich sollten die neuen Waffen in den kommenden Wochen und Monaten nach und nach an die einzelnen Polizeidienststellen ausgeliefert werden. Doch daraus wird jetzt erstmal nichts. „Der Hersteller wurde über die Problematik informiert und muss die Pistolen nun nachbessern“, heißt es polizeiintern. Während die Deutsche Polizeigewerkschaft DPolG bereits von einer „Pannen-Pistole“ spricht, sehen anderen Polizisten die erforderlichen Nachbesserungen hingegen als weniger dramatisch an. Es sei eben „nie ganz auszuschließen, dass ein hochkomplexes System wie eine moderne Handfeuerwaffe vor dem tatsächlichen Einsatz im täglichen Polizeidienst noch etwas Fein-Tuning braucht“, sagt ein Beamter. Genau dafür habe man die internen Qualitätsprüfungen.