Einbrecher haben es zur Zeit nicht leicht.
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BerlinDie Polizei  freut sich: Die Kriminalität in der Stadt ist in den vergangen Tagen in einigen Bereichen gesunken. Nach Informationen von Polizeipräsidentin Barbara Slowik ist die Stadt etwas sicherer geworden. In den vergangenen Krisentagen wurden stadtweit insgesamt 6590 Straftaten registriert. Das waren 18 Prozent weniger als in der gleichen Woche des Vorjahres. Da waren es über 8000. Vor allem Taschendiebe haben es jetzt schwerer, Beute zu machen, weil die Straßen und Plätze zum Teil menschenleer sind. Außerdem sind kaum Touristen in der Stadt.

Einbrecher haben auch Mühe. Die meisten Leute arbeiten zu Hause und die anderen befolgen Ratschläge der Polizei, indem sie Nachbarn bitten, die Augen offen zu halten, sagen Ermittler. Eine funktionierende und aufmerksame Hausgemeinschaft sei der beste Schutz. 52 Fälle waren es in der vergangenen Woche. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 148.  Beim Autodiebstahl ist der Wert sogar noch höher. Dort sind es 76,8 Prozent weniger Delikte. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 82 gestohlene Fahrzeuge. Zwölf Monate später waren es 19. Die Zahl der Sexualstraftaten sank ebenfalls.  So wurden in der vergangenen Woche 51 Taten angezeigt, das sind 33 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Barbara Slowik räumte allerdings ein, dass die Zahlen bei Keller- und Dachboden-Einbrüchen zugenommen haben. Das liege vor allem daran, dass Mieter, die nun in der Quarantäne Zeit zum Aufräumen haben, erst jetzt bemerken, dass bei ihnen eingebrochen wurde. Überdies gab es in den letzten Tagen mehr Brandstiftungen, so die Polizei. „Menschenleere Straßen machen Gelegenheiten“, sagt sie. Kriminelle haben einen neuen Dreh gefunden, an das Geld und den Schmuck anderer Leute auf kriminelle Art und Weise zu gelangen. Trotz Corona-Krise.

Sie kommen zu zweit, klingeln an Wohnungstüren vor allem von Senioren. Sie haben weiße, modern aussehende Schutzmasken vor Mund und Nase und haben eine Schutzbrille vor den Augen. Die Täter geben sich als Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen aus. Sie behaupten gegenüber den Mietern, dass sie gekommen seien, um Speichelproben zu nehmen, weil flächendeckende Tests notwendig sein. Dabei erklärt einer der beiden Täter, wie der Test durch eine Speichelprobe ablaufen wird, währenddessen der Komplize sich in der Wohnung umschaut, um Wertsachen oder Geld zu finden und zu stehlen.  

Wenn der angebliche Test abgeschlossen ist, verlangen sie eine Gebühr von mehr als 100 Euro und verlassen die Wohnung mit dem Versprechen, dass sie den Testbericht zuschicken werden. So war es  vor kurzem in Pankow. Dort wurde eine betagte Seniorin fast zum Opfer. Sie hatte Glück. Eine Nachbarin hatte unbekannte Stimmen in der Wohnung gehört und war stutzig geworden. Als sie die Wohnung der Nachbarin betrat, flüchteten die Täter. Den Koffer mit der Beute ließen sie stehen.  

Die Polizei kennt diesen Trick und warnt vor solchen angeblichen Tests. Der Hausarzt sowie das zuständige Gesundheitsamt geben Auskunft darüber, ob ein Test angeordnet worden ist.