Bei einem Bootsunfall an der Schleuse Charlottenburg ist am Montagvormittag ein Mann ums Leben gekommen. Seine Begleiterin wurde schwer verletzt. Eigentlich wollte sich das Paar einen schönen Tag auf dem Wasser machen. Bis auf das Wetter, war alles gut. Das Paar lieh sich ein Motorboot aus und fuhr auf der Spree in Richtung Rudolf-Wissell-Brücke. Der 33-jährige Mann steuerte das Boot. Die ein Jahr jüngere Frau saß neben ihm. So fuhren sie in die Schleuse Charlottenburg ein. Kurz darauf öffneten sich die Schleusentore.

Was dann passierte ist noch nicht geklärt. Nach Aussagen der Feuerwehr hatte sich während des Schleusens des gemieteten Motorbootes eine Leine von einem Poller gelöst. Der Schleusenwärter habe gesehen, dass das Boot plötzlich quer auf dem Wasser gestanden habe - und das Schleusen sofort abgebrochen. Das Paar fiel vom Boot und stürzte in die Schleusenkammer. Der Schleusenwärter alarmierte umgehend die Feuerwehr. Taucher zogen den Verunglückten wenig später aus dem Wasser. Er war bewusstlos. Ein Notarzt versuchte den Mann wieder zu beleben. Das schaffte er jedoch nicht. Der Frau gelang es dagegen, sich an der Kaimauer festzuhalten.

Der Schleusenwärter erlitt einen Schock

Feuerwehrleute retteten die 32-Jährige und brachten sie in die Schlossparkklinik. Auch der Schleusenwärter kam in ein Krankenhaus. Er hatte einen schweren Schock erlitten. Eine Obduktion soll die Todesursache klären, sagte ein Polizeisprecher. Ob der Mann unter dem Einfluss von Alkohol stand, ist noch nicht geklärt. Über die Identität des Paares äußerte sich die Polizei nicht. Es hieß lediglich, dass der Mann in Berlin lebt. Die Frau sei nicht in der Hauptstadt gemeldet. Das Boot wurde sichergestellt.

Fachleute sollen es jetzt begutachten. Die Ermittler wissen noch nicht, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Die Bootsbesatzung ist beim Schleusen für das Anbringen einer Leine selbst verantwortlich. Warum sie sich gelöst hatte, ist noch nicht bekannt.