Müllrose - Skrupellose Schleuser bringen immer mehr Familien aus dem Irak über Polen nach Deutschland. Die Polizei stoppte am Sonnabend einen Lkw, in dem 51 Menschen eingepfercht waren.

Der türkische Sattelzug fiel gegen 2 Uhr einer Streife der Bundespolizei auf. Er fuhr auf der A 12 von Frankfurt (Oder) in Richtung Berlin. Bei Müllrose stoppten sie den Laster. Auf der Ladefläche drängten sich 51 Menschen. „Ein erschütterndes Bild“, wie ein Polizeisprecher sagt.

Bei den 20 Männern, 14 Frauen, 10 Jungen und 7 Mädchen handele es sich um verschiedene Familien, die angaben, aus dem Irak zu sein.

Der türkische Lastwagen-Fahrer wurde festgenommen. In Frankfurt (Oder) wurden die Geschleusten untersucht. Eine Person war stark dehydriert, die anderen litten Hunger und Durst. Die Polizisten besorgten ihnen rasch Essen und Trinken.

Für Migranten ist die Balkanroute dicht. Auch über das Mittelmeer kommen weniger, weil Italien und Libyen es Schleusern schwerer machen. Immer mehr Menschen nehmen den Weg von der Türkei über das Schwarze Meer nach Rumänien und wohl auch über die Ukraine.

Mindestens einer der Geschleusten vom Sonnabend wurde Anfang September in Rumänien als Flüchtling registriert. Nehmen Menschenschmuggler für Migranten aus arabischen Ländern nun verstärkt die Polen-Route?

„Das herauszufinden ist Teil der Ermittlungen“, so der Sprecher der Bundespolizei. Denn sie stellt immer mehr „Lkw-Schleusungen“ fest. Am Mittwoch traf sie in Bad Muskau auf 40 eingeschleuste Iraker. Sie sagten, dass sie mit einem Lkw von der Türkei nach Polen gebracht worden seien. Am 30. August griffen Beamte an der Bundesstraße 5 rund 20 orientierungslose Iraker auf. Sie waren von einem Lkw hinter der Landesgrenze abgesetzt worden.