Diesen Monat heißt es Abschiednehmen: Der Bassy Cowboy Club schließt seine Pforten, eine Instanz im Techno-freien Berliner Nachtleben, ein Ort für die Rockabilly-Szene und wohl eine der letzten wilden Spelunken in Prenzlauer Berg. Der Club war mit kurzer Unterbrechung 20 Jahre lang an der Schönhauser Allee ansässig, ein zweites Wohnzimmer für Fans von Swing, Sixties-Garagenpunk, Country und Rock’n’Roll. Doch viele Stammgäste sind weggezogen, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten konnten – und das kann nun auch der Bassy-Betreiber Tammi Torpedo nicht mehr. Er erklärt die Gegend für „tot“.

Das Bassy aber soll weiterleben. Als Club, an einem noch unbekannten anderen Ort und unter anderer Leitung – und als Erinnerung, lebendig gehalten durch Souvenirs aus dem schon jetzt legendären letzten Standort. Die kann sich nun jeder nach Hause holen. Noch bis zum 24. April läuft eine Online-Auktion mit dem gesamten Bassy-Inventar. Insgesamt 300 Objekte werden versteigert.

Das teuerste Angebot: ein komplettes Schlagzeug

Das Angebot reicht vom Namensschild des Clubs bis zu einem monströsen Staubsauger für den Morgen danach; auch die Musikanlage mit Plattenspielern, Mikros und Boxen, der sechs Meter lange Bartresen aus massivem Holz (Startgebot 100 Euro), die Kühlschränke, die Jukebox (30 Euro), und ein Strandkorb, der bisher vor dem Club stand (50 Euro), kommen unter den Hammer. Wer also gerade umzieht, kann mit dem Mobiliar aus dem Bassy fast eine komplette Wohnung einrichten.

Das teuerste Angebot ist ein komplettes Schlagzeug zum Startpreis von 300 Euro. Ein Schnäppchen sind dagegen die für den Bassy Club typischen, skurrilen Dekorationsobjekte: der angeblich mehr als 100 Jahre alte, ausgestopfte Wolf (Startgebot 30 Euro), die Stalin-Büste (30 Euro), ein Galgentau (5 Euro) oder eine von handgemachten Horrormasken umrahmte Weinkaraffe (5 Euro).

Die Abschiessause findet am 28. April statt

Auch Sammler-Raritäten wie ein Kronleuchter (100 Euro), der zu DDR-Zeiten im längst abgerissenen Palasthotel gegenüber vom Berliner Dom hing, sowie ein Porträt von Saddam Hussein aus der früheren Irakischen Botschaft (80 Euro), die bis 1991 in Pankow residierte, finden sich im Bestand. Interessenten gibt es offenbar nur wenige, denn für kaum eines der Auktionsobjekte wurde bisher ein Gebot abgegeben.

Wer all diese Dinge noch mal in vertrauter Umgebung erleben möchte oder gar die Geschichte erfahren will, wie sie überhaupt dorthin gekommen sind, hat dazu Ende des Monats die letzten Gelegenheiten. Am 28. April findet die große Abschiedssause „Bassy Farewell“ statt – mit Livemusik, Elvis-Imitator sowie jeder Menge DJs. Am 1. Mai steigt dann die wirklich allerletzte Sause in den Räumlichkeiten, die anschließend saniert und in den Pfefferberg-Komplex integriert werden sollen: Die „Fête de la Bassy“ mit 20 Bands. Und vielleicht auch noch mit einem staubigen Wolf.

Wer mitbieten möchte, kann das hier tun: http://online-versteigerungen.ht-kg.de