Staatliche Ballettschule: Mit den Empfehlungen der Kommission soll nun endlich die sogenannte „Kultur der Angst“ verschwinden. Das Foto stammt aus dem Jahr 2017, als Sandra Scheeres (Mitte) das Landesjugendballett gründete.
Foto: : Renzo Martin

Berlin - Die Staatliche Ballettschule soll keine Eliteschule mehr sein. Sie wird nach dem Willen einer Kommission eine Schule mit mehr Gerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler, in der es keine wie auch immer geartete Überforderung gibt und in der sich niemand den Anstrengungen von Auftritten des Landesjugendballetts aussetzen muss – denn das wird abgeschafft. So könnte man grob das Konzept zusammenfassen, das ein von der SPD-Bildungssenatorin Sandra Scheeres zusammengestelltes Gremium der Schule verordnet. Es klingt wie ein Sozialdemokratisierungsprogramm. Die sogenannte Expertenkommission, die ohne Ballett-Experten auskommt, sowie die Clearingstelle, bei der sich unzufriedene Schüler, Lehrer und Eltern melden sollten, stellten ihre Abschlussberichte am Montag in der Bildungsverwaltung vor.

Die Gremien wurden einberufen, weil die Schule für Skandal-Schlagzeilen sorgte: Anonym und ohne Nachweise wurden ihr im Januar unhaltbare Zustände unterstellt. Der Schulleiter und der künstlerische Leiter bekamen daraufhin im Februar Hausverbot, widersetzen sich aber ihren Kündigungen. Die Clearingstelle berichtete von sexuellen Übergriffen und Misshandlungen, nennt aber auch zum Abschluss keinen konkreten Fall. Dabei müsste man bei derart schweren Übergriffen („Alles außer Vergewaltigung“) doch mit einer Anzeige rechnen. Aber hier hatte von Anfang an niemand ein Problem damit, ungeprüfte Behauptungen zu veröffentlichen.

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