Der Flughafenbus TXL ist angeblich die rasanteste Direktverbindung vom Flughafen Tegel bis zum Alexanderplatz. Stimmt das? Einmal in der Woche, immer donnerstags, heben wir Berliner Institutionen und Attraktionen auf den Prüfstand. Wir stellen die Fragen und geben die Antworten.

Schnell, bequem, direkt: Kann man sich als Fluggast in Berlin einen besseren Transfer in die Stadt wünschen?

Wie man’s nimmt. Eine U- oder S-Bahn-Verbindung wäre natürlich deutlich schneller. Die meisten Touristen sind verblüfft, dass es so etwas am zentralen Flughafen der deutschen Hauptstadt nicht gibt. Und dass man seit der Inbetriebnahme 1960 auch nie auf die Idee kam, einen U-Bahnhof zu bauen. Aber immerhin, zügig ist der TXL-Expressbus: Vom Flughafen bis Alex in 37 Minuten, und zwar im Fünf- bis Zehnminutentakt. Zumindest fahrplanmäßig.

Stimmt das etwa nicht?

Bei unserem Test am Montagmorgen hatte der Bus 35 Minuten Verspätung, am Dienstagmorgen in der Gegenrichtung 20 Minuten. An der Haltestelle Turmstraße haben sich drei entnervte Reisende mit Koffern lieber ein Taxi genommen, statt ihren Flug zu verpassen.

Der TXL muss gerade wegen der Dauerbaustellen Unter den Linden riesige Umwege fahren. Erklärt das nicht einiges?

Stimmt. Das erklärt die Verspätungen. Aber es ist keine Entschuldigung für andere Defizite.

Nämlich?

Zu Stoßzeiten ist der Bus schon in Tegel rappelvoll. Die Leute blockieren mit ihren Koffern die Gänge oder Sitze, weil der TXL nämlich keinerlei Gepäckvorrichtung hat – weder im Innenraum noch sonst wo. Wenn man Pech hat, schießt bei einer Bremsung ein Rollkoffer quer durch den Bus.

Sind nicht wenigstens die Busfahrer freundlicher als auf anderen Linien?

Bestimmt. Allerdings erlebt man regelmäßig, dass Busfahrer die Nerven verlieren, wenn im vollen TXL die Türen nicht automatisch schließen. Weil die Passagiere nämlich aus Versehen im sogenannten Türbereich stehen. Neulich raunzte ein Busfahrer durchs Mikro: „Muss ich bei jeder Haltestelle sagen, dass Sie von der Tür weggehen sollen?“ Dazu erstens: Wer noch nie in einem Berliner Bus gefahren ist, kennt die BVG-Türautomatik tatsächlich nicht. Und das trifft auf die meisten Touristen zu. Zweitens: Viele von ihnen sprechen kein Deutsch. Da kann man schimpfen, wie man will.

Was heißt das für den TXL-Bus?

Ein Hinweisschild an der Tür oder eine automatische Ansage würden helfen – und zwar mehrsprachig. Dringend erforderlich ist eine Vorrichtung fürs Gepäck. Ist schließlich eine Flughafenverbindung.

Wir vergeben zwei von fünf Bären.