Nach einer Messerstecherei sind in Berlin-Schöneberg mehrere Männer festgenommen worden. Die sechs Männer im Alter von 23 bis 54 Jahren sollen sich in der Nacht zu Dienstag gegenseitig mit Messern bedroht und Schnittverletzungen zugefügt haben, wie die Polizei mitteilte. Außerdem sprühte ein Beteiligter mit Reizgas. Wie es zu dem Streit gekommen war, und in welchem Verhältnis die Beteiligten zueinander standen, konnte die Polizei nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht sagen.

In Neukölln wurde ein 20-Jähriger von mehreren Messerstichen schwer verletzt. Er kam ins Krankenhaus und wurde sofort operiert, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die beiden 20 und 21 Jahre alten mutmaßlichen Messerstecher wurden noch in der Nähe des Tatorts festgenommen. Der Vorfall ereignete sich am Montagabend auf dem U-Bahnhof Hermannplatz. Das Opfer war dort mit einem 21-jährigen Begleiter unterwegs und mit einer Gruppe in Streit geraten. Zwei Männer lösten sich einem Bericht der Polizei zufolge aus der Gruppe und fielen am Ausgang des Bahnhofs über das Duo her. Der Begleiter des Niedergestochenen wurde mit Reizgas attackiert.

Schnittwunden an den Händen, Verletzungen am Bauch

Wie Augenzeugen der Polizei berichtet hatten, waren bei dem Fall in Schöneberg zunächst zwei Zwillingsbrüder im Alter von 23 Jahren mit einem weiteren 23-Jährigen in Streit geraten. Dabei soll der einzelne Mann auf der Dominicusstraße mit einem Messer in Richtung der Brüder gestochen haben. Die Zwillinge erlitten dadurch Schnittwunden an den Händen. Den beiden gelang es schließlich, dem Angreifer das Messer aus der Hand zu schlagen. Einer der Brüder hob das Messer auf und stach laut Polizei auf den 23-jährigen Angreifer ein. Dieser erlitt dadurch Verletzungen am Bauch.

Kurz darauf kamen drei weitere Männer im Alter von 30, 51 und 54 Jahren hinzu, um dem einzelnen 23-Jährigen zu helfen. Der 30-Jährige hatte den Angaben zufolge ebenfalls ein Messer in der Hand. Die beiden Brüder flüchteten in ein nahe gelegenes Geschäft, das sie verriegelten. Die vier Verfolger versuchten, gewaltsam in den Laden einzubrechen. Dabei wurde die Eingangstür des Geschäftes erheblich beschädigt. Auch sprühte ein Beteiligter Reizgas in den Innenraum des Ladens. Alarmierte Polizisten nahmen alle Beteiligten fest. Der einzelne 23-Jährige wurde mit Bauchverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Brüder wurden ambulant behandelt. Alle Männer sollten dem Haftrichter vorgeführt werden. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. (dpa)