Schönefeld - Das Unternehmen reagierte damit auf ein internes Schreiben, das für Aufregung bei Flughafenkritikern sorgt. Denn mit der E-Mail verhängte die Flughafen-Geschäftsführung für einen Teil der Investitionen einen Ausgabestopp. Ziel sei es, "ab sofort auf alle Maßnahmen zu verzichten, deren Streichen die BBI-Inbetriebnahme nicht verhindert", heißt es. Auch bereits laufende Maßnahmen sollen davon betroffen sein. Der Brief vom 29. September wurde dem Schönefeld-kritischen Bürgerverein Brandenburg Berlin (BVBB) zugespielt, der ihn jetzt veröffentlichte. Der neue Flughafen soll am 3. Juni 2012 öffnen.

Aus dem Schreiben geht hervor, dass für die Jahre 2012 und 2013 für "betriebliche Investitionen" und die Investitionen "Weitere Bereiche" insgesamt 68 Millionen Euro beantragt worden seien. Der Wirtschaftsplan sehe aber nur eine Summe von 15 Millionen Euro für die beiden Jahre vor. "Vor diesem Hintergrund fordert die Geschäftsführung die Fachbereiche auf, die Plananmeldungen für Investitionen neu zu priorisieren", heißt es. Flughafensprecher Kunkel sprach in diesem Zusammenhang von einem "vernünftige Kostenmanagement": "Das machen wir jedes Jahr."

Jetzt 5 000 Bauarbeiter

Zu dem Dokument selbst wollte sich der Flughafensprecher nicht näher äußern. Interne Schreiben kommentiere die Flughafengesellschaft grundsätzlich nicht. So bleibt unklar, wo gespart werden soll. Zur Vermutung des BVBB, dass von der Sparrunde auch der Lärmschutz für die Flughafen-Anwohner betroffen sein könnte, sagte Kunkel: "Das ist eine dümmliche Unterstellung." Für den Lärmschutz sind schon vor Jahren 140 Millionen Euro eingeplant worden. Die direkten Investitionskosten am Flughafen belaufen sich auf 2,5 Milliarden Euro.

Nach Angaben des Flughafensprechers wird auf der BER-Baustelle "ganz normal" gearbeitet. Es gebe keinen Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr, wie vom BVBB behauptet. "Tatsächlich sind in Schönefeld jetzt aber 5 000 Bauarbeiter beschäftigt", sagte Kunkel. "Das sind so viel wie noch nie." (sj.)