Die Ur-Mauer von Pankow wird zur Gedenk- und Begegnungsstätte. Dafür hat sich die Experten-Runde ausgesprochen, die sich mit dem wiederentdeckten 80-Meter-Mauerstück befasst. Die Stiftung Berliner Mauer will das Areal ins „Berliner Mauerkonzept“ aufnehmen.

Der Beratungsstab, der über Zukunft und Sicherheit des Mauerstücks befindet, hat sich zum ersten Mal getroffen. Ein Dokument, das in dieser Runde besprochen wurde und das dieser Zeitung vorliegt, zeigt: Das Denkmalschutz-Verfahren für die Ur-Mauer im Wald bei Schönholz (stammt aus der Frühphase des Mauerbaus) ist inzwischen abgeschlossen. Im Punkt „Erhaltungsinteresse der Allgemeinheit“ wird der „Seltenheitswert“ der Entdeckung von Heimatforscher Christian Bormann betont.

An dem Runden Tisch nahmen etwa Katrin Schultze-Berndt (CDU), Baustadträtin von Reinickendorf, und Grünflächenamtsleiter Rüdiger Zech teil. Der Bezirk Reinickendorf (und nicht Pankow) ist zuständig, weil die Bezirkszuschnitte heute anders sind als zu Mauerbau-Zeiten.

Weitere Schutzmaßnahmen erforderlich

Bevor das Gelände aber zur Gedenk- und Begegnungsstätte ausgebaut werden kann, müssen weitere Schutzmaßnahmen für das Gestein getroffen werden. Man beschloss, dass Grünflächenamtsleiter Zech und Mauerforscher Bormann bei einer Begehung das Nötige feststellen und veranlassen.

Seither wurden etwa Teile der Grenz-Signalanlage abgenommen und eingelagert, weil sie abzustürzen drohten. Instabile Mauerteile wurden abgestützt. Als nächstes soll ein Wellblechschutz her, der die Verwitterung stoppt. „Am besten wäre, dass der Denkmalschutz eine ,Gefahr im Verzug’ feststellt, damit wir noch schneller vorankommen“, sagt Bormann.

Spätestens nach Ablauf der Vogelschutzzeit im Oktober soll dann das gesamte Gelände gerodet werden. Derweil läuft die angepeilte Eintragung als Europäisches Kulturerbe.