BerlinAlexanderplatz. Hier hat der Herbst keinen Ort, bunte Blätter sind nicht vorgesehen. Allenfalls das Pfeifen des Windes erzählt vom Gang der Jahreszeiten. Gegen das Diktat des gemeinen Grau hilft Schokolade, und weil doppelt auch doppelt hilft, kaufe ich gleich zwei Riegel zum Orangensaft. Einmal mit viel Nuss, der andere trumpft mit Kokos auf. Vor mir bezahlt ein zerrupfter Weißhaariger mit lieben Augen, geblümter Maske und einem in die Jahre gekommenen Trolley. Mit schwieligen Fingern zählt er die Münzen auf dem Tresen, und es ist offenkundig, dass er sich das Geld mühsam erbettelt hat.

Er rührt Zucker in seinen Kaffee. Ich halte ihm die beiden Riegel mit einem fragenden Blick unter die Nase. Er freut sich wie ein Kind, kann sich aber nicht entscheiden. Wir diskutieren recht munter, welcher Riegel wohl besser schmeckt. Der Anteil der Nüsslein spielt dabei eine tragende Rolle, der Knackfaktor – je fester die Schokolade, desto knack – und die Geschmeidigkeit der Creme. Wir bleiben einander zugewandt uneins und er wählt Kokos. Um vieles vergnügter als wenige Augenblicke zuvor gehen wir beide unserer Wege, Schokolade essend, er Kokos, ich Nuss.

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