Berlin - Die Corona-Pandemie bringt in diesem Jahr die Kriminalstatistiken kräftig durcheinander. Die Polizei verzeichnete in einigen Bereichen drastische Rückgänge der Fallzahlen. So gab es nur noch halb so viele Wohnungseinbrüche wie sonst. Die Zahl der Autodiebstähle ging zeitweise sogar um 80 Prozent zurück. Gleichzeitig wurde auf Straßen und Plätzen weniger geprügelt, überfallen und geraubt. Man könnte also sagen: Es war nicht alles schlecht an Corona.

Gleichzeitig gibt es Entwicklungen, auf die man dringend achten muss. Klein- und Großkriminelle haben längst entdeckt, dass sie mit der Angst vor dem Virus grandiose Geschäfte machen können. Inzwischen gibt es immer mehr Fälle, in denen Kriminelle bei älteren Menschen anrufen und ihnen zum Beispiel falsche Impfangebote unterbreiten: Gegen eine Vorauszahlung könne man sich impfen lassen, erzählen sie.

Die Polizei verzeichnete in Berlin auch Hunderte Fälle, in denen alte Menschen Opfer von Betrug mit Corona-Bezug wurden, weil die Täter die Arglosigkeit und Hilfsbereitschaft der Senioren ausnutzten. Unter anderem geben sich Betrüger als Angehörige aus und behaupten, infiziert zu sein, weshalb sie nun Geld für die Behandlung benötigten. Ein Freund werde das Geld abholen. In anderen Fällen versuchen Kriminelle, in die Wohnung Hochbetagter einzudringen, indem sie vorgeben, vom Gesundheitsamt zu sein und die Wohnung desinfizieren zu müssen. Dann stehlen sie Wertgegenstände und Geld.

In der Corona-Pandemie müssen die Alten nicht nur vor Ansteckung geschützt werden, sondern auch vor Kriminellen. Deshalb gilt im Zweifelsfall: Lieber einmal öfter zum Telefon greifen und die 110 wählen. Aber die Polizei kann nicht alles lösen. Wie beim Vermeiden von Ansteckungen kommt es auch hier auf die Aufmerksamkeit von Angehörigen, Nachbarn und Freunden an.