Sie sind sie gewöhnt, die großen Auftritte. Kein Wunder, dass die Schüler der John-F.-Kennedy-Schule vor Obamas Besuch keine großen Vorbereitungen treffen müssen. Nur am Mittwoch, kurz vor den Ferien, die an der deutsch-amerikanischen Schule erst im Juli beginnen, wird der Unterricht durcheinander kommen. Denn wenn die 600 Schüler, Lehrer und Elternvertreter mittags zur Rede des US-Präsidenten am Brandenburger Tor aufbrechen, endet die Schule früher als sonst. „Wir müssen zwei Stunden vor Beginn der Rede bei der Sicherheitskontrolle sein“, schätzt der geschäftsführende Schulleiter Reinhard Roth.

Während sich viele Berliner fragten, wie sie an einen der begehrten Plätze kommen könnten, wurden der Zehlendorfer Schule 600 Karten angeboten, „das klingt zunächst viel, aber wir haben ja auch 1700 Schüler“, sagt Roth. Für die Karten durfte sich jeder Schüler der siebten bis elften Klasse anmelden, die Schüler des zwölften Jahrgangs sind bereits nach dem Abiturstress in den Ferien. Von den 180 Lehrern der Schule gehen ungefähr 100 zum Brandenburger Tor, etwa 30 Elternvertreter sind dabei und auch Schulleiter Roth will sich die Rede nicht entgehen lassen. Da waren die Karten schnell vergeben.

Besondere Informationen über die Gäste musste die Schule bei der Anmeldung nicht angeben. „Wir haben alle Namen in eine Online-Liste eingetragen, die wurde wahrscheinlich gescannt, aber das war es dann auch“, sagt Roth.

Anders sah es für die 30 Schüler der sechsten Klasse aus, die schon am Vormittag Obama aus der Nähe sehen. Um im Schloss Bellevue dabei zu sein, wenn Bundespräsident Joachim Gauck Obama einlädt, mussten sich die Schüler mit ihrer Personalausweisnummer anmelden. Das Bundespräsidialamt hatte auch genaue Vorstellungen davon, wer ins Schloss Bellevue kommt, nämlich jüngere Schüler. Die John-F.-Kennedy-Schule hat daraufhin aus jeder sechsten Klasse fünf Schüler für den Empfang ausgelost.

Im Schloss Bellevue werden die Kinder ihre Schul-T-Shirts tragen, für das Brandenburger Tor gibt es keinen Dresscode, „da geht jeder hin, wie er möchte“, sagt Roth. Aber er erwartet, dass auch dann einige Schüler ihr Schul-T-Shirt anziehen. Außerdem können sich die Kinder einen Button anstecken, den die Eltern hergestellt haben. Auf dem Ansteckknopf erinnert ein Zitat an eine bereits gehaltene Rede eines US-Präsidenten: Kennedys „Ich bin ein Berliner“.