Genau 3 077 Schüler mussten im vergangenen Schuljahr eine Klasse wiederholen. Das waren immerhin 1,2 Prozent aller Schüler ab der 3. Klasse. Das teilte die Bildungsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des Piraten-Politikers Martin Delius mit. Damit ist die Zahl der sogenannten Wiederholer bereits im dritten Jahr in Folge zurückgegangen. So lag die Quote der Sitzenbleiber im Schuljahr 2012/13 noch bei 2,1 Prozent.

Das Sitzenbleiben belastet nicht nur die Schüler, sondern auch die Landeskasse, wie Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) vorrechnete. Denn für jeden Schüler, der ein Jahr länger die Schule besucht, müsse rein rechnerisch 0,05 Lehrer-Vollzeitstellen zusätzlich aufgebracht werden.

Zumindest für die Mittelstufe könne das so berechnet werden. Die durch das Wiederholen verursachten Mehrkosten beliefen sich demnach im vergangenen Schuljahr auf elf Millionen Euro, das sind vier Millionen Euro weniger als noch zwei Jahre zuvor. Besonders häufig wiederholen Schüler an Gymnasien eine Klasse (insgesamt 2,8 Prozent) und Förderschüler, die nicht als lernbehindert gelten (2,1 Prozent).

Viele Schüler wiederholen die Klasse freiwillig

Ganz besonders häufig treten Sekundarschüler und Gymnasiasten nach dem 1. Kurshalbjahr der Oberstufe zurück, jeweils über sechs Prozent der Schüler. In diesen Fällen geschieht das meist freiwillig, weil die Schüler sich davon eine bessere Abiturnote versprechen. Auch dieser Wert ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen.

Die meisten Grundschüler mussten zuletzt in Reinickendorf (86), Steglitz-Zehlendorf (83) und Friedrichshain-Kreuzberg (77) eine Klasse wiederholen, die wenigsten in Marzahn-Hellersdorf (24). Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf liegen auch bei den Wiederholern an Gymnasien mit insgesamt über 500 Schülern ganz vorne, am anderen Ende der Skala befinden sich die Lichtenberger Gymnasien mit lediglich 71 Wiederholern.