Berlin - Eltern wollen für ihre Kinder nur die beste, die gesündeste, die ausgewogenste Ernährung. Kinder wollen Pizza und Burger. Damit ist der Konflikt umschrieben, der wohl in fast jeder Familie für reichlich Diskussionsstoff sorgt. Meistens akzeptieren die Kinder irgendwann, dass es auch mal Fisch und Salat geben muss. Aber echte Begeisterung sieht anders aus.

Auch viele Schulcaterer richten sich nach den Wünschen der Eltern und bieten einen abwechslungsreichen Speiseplan mit mehreren Gerichten zur Auswahl an. Nicht überall ist das Schulessen so schlecht wie sein Ruf. Doch unabhängig davon ist die Kantine spätestens ab der Oberschule so uncool wie ein Küsschen von Mutti.

Dann ist das Schulessen, das die Kinder jahrelang anstandslos zu sich genommen haben, auf einmal eine absolut ungenießbare Pampe. Stattdessen fallen nach dem Unterricht in den frühen Nachmittagsstunden ganze Schülerhorden im Burger-Laden oder dem Imbiss im Einkaufszentrum ein.

Schulköche nicht zu beneiden

Vielleicht sollten die Eltern ihre Kinder einfach mal zum Schulessen verdonnern oder, wenn es dort wirklich so schlecht schmeckt, abends etwas Schönes kochen. Doch viele Berufstätige haben nach einem langen Arbeitstag weder Lust noch Energie, Gemüse zu schnippeln und schieben lieber eine Tiefkühl-Lasagne in den Ofen. Und nicht jeder Erziehungsberechtigte ist am Herd so begabt, wie er es von einem Schulcaterer erwartet.

Die Schulköche sind wirklich nicht zu beneiden. Sie sollen gesunde und abwechslungsreiche Mahlzeiten anbieten, die aber fast nichts kosten dürfen. Eltern sollten nicht zu streng über die Qualität des Schulessens richten, sie werden selbst ihren hohen Ansprüchen oft nicht gerecht. Erziehung – falls das ein Trost ist – bedeutet immer auch Inkonsequenz.