Nach langem Hin und Her haben sich die Bundesländer darauf geeinigt, die Sommerferienzeiten ab dem Jahr 2018 noch etwas weiter zu entzerren. Die Ferien, die je nach Bundesland zu verschiedenen Zeiten beginnen können, werden dann innerhalb eines Zeitkorridors von 84,6 Tagen verteilt. Das sind drei Tage mehr als bisher. Viel ist das nicht. Gegen einen noch umfassenderen Zeitkorridor hatten die Bildungsminister mehrerer Länder opponiert, da dadurch die Schuljahre in einem Jahr noch kürzer oder auch länger geworden wären. Für eine Aufweichung der Sommerferientermine waren vor allem Vertreter der Tourismuswirtschaft, die Wirtschaftsminister der Länder sowie die Urlaubsländer wie Schleswig-Holstein eingetreten.

Gegen diese Neuregelung machen nun die Schülervertretungen von sechs Bundesländern mobil, darunter der Berliner Landesschülersprecher Janosch Jassim. „Im Bemühen um das Angleichen der Bildungssysteme in Deutschland geht dieser Schritt in die falsche Richtung“, heißt es in der Erklärung der gesetzlichen Landesschülervertretungen von Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Sachsen. Denn durch die Rotation des Ferienbeginns variiere die Dauer eines Schuljahres erheblich. „Die Abstimmung gemeinsamer Prüfungstermine wird erschwert.“ Die Anforderungen des Lehrplans blieben ja die gleichen.

Tatsächlich könne es aber nun sein, dass ein Schuljahr 11 Monate dauere, ein anderes nur neun Monate, gab Janosch Jassim von der Beckmann-Sekundarschule zu bedenken. Auch Veranstaltungen mit Jugendlichen aus verschiedenen Bundesländern würden infrage gestellt. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hingegen sieht die gefundene Regelung voll im Interesse Berlins. „Sie ist maßgeblich pädagogisch begründet“, ließ sie mitteilen. Die Dauer der Schulhalbjahre könne relativ konstant bleiben.

Die Sommerferien werden von den Bundesländern langfristig nach einem rollierenden System festgelegt: In einem Jahr starten die einen Länder früher, im anderen Jahr die anderen. Das soll Staus und Engpässe im Tourismus vermeiden. Grundlage war das „Hamburger Abkommen“ von 1964. In der DDR gab es zentrale Ferien, meist zwischen 1. Juli und 31. August.

Für Bayern und Baden-Württemberg soll die bisher bestehende Regelung weiter gelten: Dort beginnen die Ferien auch künftig Ende Juli und enden erst weit im September. Ursprünglich war das damit begründet worden, dass die Schüler vorher bei der Ernte helfen müssen, aktuell mit den zweiwöchigen Pfingstferien in beiden Ländern. Brandenburg hatte zuvor ein Ende dieser Sonderregelung gefordert.