Die rot-rot-grünen Regierungsfraktionen halten trotz vieler Einwände von Fachleuten daran fest, allen Erst- bis Sechstklässlern ab dem kommenden Schuljahr ein kostenloses Schulessen anzubieten. „Wir wissen, dass dies nicht einfach wird“, räumte Regina Kittler, bildungspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, am Donnerstag bei der ersten Lesung des Gesetzes im Abgeordnetenhaus ein. Haushaltspolitikerin Stefanie Remlinger (Grüne) kündigte „harte Verhandlungen“ an, um mehr Geld für den Ausbau von Mensen und Küchen sowie für den Erzieherschlüssel im Ganztagsbereich zu erhalten.

Viele Schulleiter und Erzieher warnen seit Monaten vor einer überstürzten Einführung des Gratis-Essens für etwa 175.000 Kinder. Die Bildungsgewerkschaft GEW gab gerade erst zu bedenken, dass Schüler das Essen womöglich nur noch an Stehtischen einnehmen könnten, weil noch Tausende weitere Esser hinzukommen. Das sei weder personell noch räumlich umzusetzen. Das Berliner Bündnis „Qualität im Ganztag“ forderte jetzt in einem offenen Brief eine stufenweise Einführung des kostenlosen Mittagessens, eine stärkere Einbeziehung der Akteure vor Ort sowie zusätzliches Personal für den Ganztag. Grundsätzlich sei die Kostenfreiheit aber gut.

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