Der Senat hat nach der Zustimmung der Bezirksbürgermeister am Dienstag offiziell beschlossen, dass Eltern ab dem 1. Februar kommenden Jahres gut 37 Euro monatlich für das Grundschulessen zahlen. Bisher waren es nur 23 Euro. Auch die Landeszuschüsse erhöhen sich um neun Millionen auf knapp 20 Millionen Euro, das macht 30 Prozent des Gesamtpreises aus.

Durch die Preiserhöhung soll die Essensqualität deutlich gesteigert werden, betonte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Denn statt 50 Cent für Lebensmittel pro Portion stünden künftig 1,25 Euro zur Verfügung. Insgesamt erhalten die Caterer künftig 3,25 Euro pro Grundschulessen statt bisher etwa 2 Euro. Davon müssen sie aber auch Personal, Transport und Ausstattung bezahlen.

Vom Tisch sind damit Forderungen nach einer sozialen Staffelung der Essenspreise. Das hätte dazu geführt, dass 46 Prozent aller Eltern den Gesamtsatz von 52 Euro allein zahlen müssen, hieß es in der Bildungsverwaltung. Auch möchten die Politiker der SPD-Fraktion nicht mehr eine Senkung der Elternbeiträge dadurch erreichen, dass der Landeszuschuss erhöht wird. Zusätzliches Geld wird nämlich auch zur Unterstützung der Brennpunkt-Schulen und für die Inklusion benötigt. „Am wichtigsten ist es nun, dafür zu sorgen, dass das zusätzliche Geld tatsächlich in die Essensqualität fließt“, betonte Renate Harant (SPD), Vorsitzende des Bildungsausschusses.

Zentrale Kontrollstelle

Deshalb werden nun in einer zentralen Kontrollstelle vier Arbeitsplätze geschaffen, die das Schulessen stichprobenartig prüfen. Diese Stellen werden offenbar beim Bezirk Pankow angesiedelt. Eltern berichten, dass sich das Essensangebot einige Wochen nach Vertragsabschluss oft verschlechtert habe. „Faktisch gab es bisher auch keine Kontrollen“, sagte Scheers. Vor Ort sollen deshalb künftig auch Essensausschüsse aus Eltern, Lehrern und Schülern die Qualität der Speisen prüfen. Hier bietet die Vernetzungsstelle Schulverpflegung ab April Fortbildungskurse an.

Die neuen Verträge mit den Essenanbietern können die Bezirke wohl ab August 2013 abschließen. Es gibt einen Mustervertrag, der sich am Vorbild Reinickendorf orientiert. In manchen Bezirken gelten die Verträge aber noch länger. „Die allermeisten Anbieter werden einer Kündigung ihrer Verträge zustimmen“, sagte Rolf Hoppe vom Caterer-Verband. Aber zwei Anbieter in Treptow-Köpenick und Friedrichshain wollen das ablehnen.

Die wenigsten Schulen haben komplette Küchen, oft sind es nur Warmhalte-Einrichtungen. Das Senatskonzept verlangt nun, dass sie künftig über eine einheitliche Mindestausstattung verfügen. Dazu gehört die Versorgung mit Starkstrom. Weil Starkstromkabel fehlen, können an einigen Schulen keine Groß-Geschirrspüler installiert werden. Dort spült man mit der Hand. Für Essen an Oberschulen gibt es weiter keinen staatlichen Zuschuss.