Im neuen Jahr ändert sich ab August 2014 auch das Einstellungsverfahren für Lehrer. Neu ist, dass Lehrer aus anderen Bundesländern nur noch dann als Beamte in den Berliner Schuldienst übernommen werden, wenn ihr Beamtenverhältnis bereits mindestens fünf Jahre besteht. Die Zeit des Referendariats, in der ein angehender Lehrer Beamter auf Widerruf ist, wird dabei nicht angerechnet.

Damit geht Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) gegen die sogenannte Drehtür-Verbeamtung vor. Diese geht so: Junglehrer, die in Berlin ihr Referendariat absolviert haben, lassen sich in anderen Bundesländern wie Niedersachsen, Hamburg oder Brandenburg verbeamten. Sie nahmen sich dort ein WG-Zimmer oder pendelten mit der Bahn zwischen beiden Orten. Wenig später kehrten sie dann als Beamte nach Berlin zurück. Und das, obwohl Berlin seine Lehrer seit 2004 nicht mehr verbeamtet.

Die angestellten Lehrer, die Berlin treugeblieben sind, verdienen im Laufe ihres Arbeitslebens etwa zwei Jahresnettogehälter weniger. Bewerber aus anderen Bundesländern hingegen dürfen, wenn sie nach Berlin kommen, ihren Beamtenstatus hierher mitnehmen. Selbst die in anderen Bundesländern gewährten Zulagen für verbeamtete Lehrer, wie sie etwa in Baden-Württemberg üblich sind, dürfen sie im Berliner Landesdienst behalten.

Angestellte Lehrer in Berlin, die auch im Krankheitsfall, bei Beförderungen und in der Altersversorgung deutlich schlechter gestellt sind, kritisieren diese Praxis seit langem und haben deshalb im vergangenen Jahr mehrfach gestreikt.

Nur wer weniger als fünf Jahre Beamter war, wird in Berlin künftig als angestellter Lehrer beschäftigt. Ältere Lehrer, die schon länger verbeamtet sind, können in diesem Status weiter nach Berlin wechseln. Die „Drehtür-Verbeamtung“ verhindert, dass es mit den vielen Pensionierungen, die demnächst anstehen, bald mehr angestellte als verbeamtete Lehrer in Berlin gibt.

Allein in diesem Jahr will die Schulverwaltung gut 2000 Lehrer einstellen. Der Bedarf ist wegen der Pensionierungswelle sehr hoch, allein 300 dieser Stellen werden vorzeitig frei, weil ältere Lehrer weniger unterrichten müssen. Schon im Februar will Senatorin Sandra Scheeres (SPD) etwa 700 Pädagogen einstellen. Referendare erhielten bereits weitgehend Einstellungsgarantien.

Die Streiks der angestellten Lehrer für die Gleichstellung mit ihren Beamten-Kollegen sind zumindest bis Mitte März ausgesetzt. In sechs Gesprächsrunden wollen Gewerkschaftsvertreter erst einmal mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder die Möglichkeit eines bundesweiten Tarifvertrages für angestellte Lehrer ausloten. Die Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wollen dabei Öffnungsklauseln eigens für Berlin durchsetzen, damit etwa bereits gewährte Zulagen erhalten bleiben.