SCHULZENDORF - Am späten Dienstagabend kam es zu einem schweren Unglück in einer Einfamilienhaussiedlung von Schulzendorf (Dahme-Spreewald). Zwei Außenwände eines Einfamilienhauses stürzten gegen 23 Uhr plötzlich ein.

Die siebenköpfige Familie des Hauses war zum Zeitpunkt des Einsturzes auf dem Grundstück – während ein Teil der Familie im Haus weilte, befand sich der Hauseigentümer mit zwei Söhnen draußen, weil sie dort mit Sanierungsmaßnahmen beschäftigt waren.

Keine weiteren Ermittlungen

Als die Familienmitglieder im Haus plötzlich ein dumpfes Knacken hörten, retteten sie sich ins Freie. Auch die drei Männer, die am Haus arbeiteten, konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand waren es genau diese Arbeiten, die zu dem Unglück führten. Die 19-jährige Tochter sagte der Berliner Zeitung, dass es in den unteren Zimmern des Hauses zuletzt starken Schimmelbefall gab. Deswegen habe sich ihr Vater entschieden, das in 30er Jahren erbaute Haus auf eigene Faust zu sanieren.

Nach Information der Einsatzkräfte der Feuerwehr habe der Mann das Erdreich rund um das Einfamilienhaus in der Otto-Krien-Straße in den letzten Tagen abgetragen, um die Außenwände des Hauses mit Teer zu versiegeln und so ein Eindringen von Feuchtigkeit künftig zu verhindern.

Er habe auch am Ende des Fundaments in etwa einem Meter Tiefe weiter gegraben, um eine Drainage vom Haus ins Erdreich  legen zu können. Dabei, so die Vermutung, gab der sandige Untergrund nach, die gesamte Statik des Hauses geriet ins Wanken. „Durch den Druck des Hauses sind dann vermutlich die beiden Wände eingestürzt“, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald. Da sich aber alle Bewohner des Hauses vor dem Einsturz retten konnten, niemand verletzt wurde und zudem keine Straftat vorliegt, werde die Polizei aber nicht weiter ermitteln.

Möglicher Abriss wird geprüft

Noch in der Nacht wurde das Gelände abgeriegelt. Am Mittwoch waren 120 Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr sowie dem Technischen Hilfswerk den ganzen Tag im Einsatz, um den noch stehenden Teil des Hauses mit massiven Stahlstangen abzustützen und so einen weiteren Einsturz zu verhindern.

Ob das Haus dennoch abgerissen werden muss, ist noch unklar. Zunächst müssen weitere statische Untersuchungen folgen.

Die Familie kam zunächst bei Nachbarn unter. Zudem sagte Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) der Familie finanzielle Unterstützung zu.