Berlin - Schwarzfahrer müssen mit mehr Fahrkartenkontrollen rechnen. Nicht nur die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stocken ihr Personal auf. Auch die S-Bahn erhöht in diesem Jahr die Zahl der Kontrolleure, wie Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler auf eine Anfrage des Abgeordneten Joschka Langenbrink (ebenfalls SPD) mitteilte. Bislang waren täglich bis zu 70 Mitarbeiter im Einsatz, künftig 80. Die BVG will wie berichtet bis zu 100 externe und 40 interne Fahrscheinprüfer einsetzen. Das ist eine Verdoppelung.

Im vergangenen Jahr hatten 56 externe und 14 BVG-Mitarbeiter Tickets kontrolliert. Weil die Zahl der Kontrolleure gesunken war, fühlten sich offenbar mehr Fahrgäste zum Schwarzfahren ermutigt. So konnten im vergangenen Jahr 5,6 Prozent der Fahrgäste bei Kontrollen kein gültiges Ticket vorweisen – Rekord. Im Jahr davor waren es 3,8 Prozent.

156.047 Schwarzfahrer wurden bei der BVG erwischt. Doch mehr als die Hälfte bezahlten das „Erhöhte Beförderungsentgelt“ von 40 Euro nicht. 2012 nahm das Landesunternehmen auf diesem Weg rund 2,7 Millionen Euro ein – deutlich weniger als zum Beispiel 2008, als fast 5,2 Millionen Euro in die Kasse kamen. Rund 20 Millionen Euro entgehen der BVG Jahr für Jahr, weil viele Fahrgäste keine Tickets erwerben.

Bei der S-Bahn wurden im vergangenen Jahr mehr Schwarzfahrer ertappt: rund 301.000.