Berlin - Als Wiktoria B. an diesem Donnerstagvormittag von ihrer Mutter erzählt, fängt sie im Gerichtssaal an zu weinen. „Meine Mama war eine aktive Frau“, sagt die 17-jährige Zeugin zu den Richtern gewandt. Sie hat Fotos dabei, die zeigen, wie lebenslustig ihre Mutter war. Bis zu jenem Unfall am 31. August des vergangenen Jahres. Damals hatte Agnieszka T. ihre Tochter Wiktoria vom Tanzen abgeholt, als auf dem Kurfürstendamm ein 530 PS starker BMW mit hoher Geschwindigkeit in ihren Kleinwagen krachte, mit dem sie gerade den Kudamm queren wollten. Die 45-jährige Ökonomin erlitt schwere Hirn- und Wirbelsäulenverletzungen, von denen sie sich wohl nie wieder erholen wird. Ihre Tochter zog sich Frakturen des Schlüsselbeins und des Beckens zu.

Der Unfall an jenem Abend des 31. August steht in Zentrum des Prozesses, in dem die Schülerin Wiktoria B. Zeugin und Nebenklägerin ist und der an diesem Tag unter großem Medieninteresse begann. Auf der Anklagebank sitzt Robert S. Er ist 29 Jahre alt, Schlosser von Beruf, nicht vorbestraft. Seit dem 2. Oktober des vergangenen Jahres befindet er sich in Untersuchungshaft. Dass er der Fahrer des BMW 750i ist, der vor dem Unfall mit einer Geschwindigkeit von bis zu 132 Kilometer pro Stunde über den Kudamm raste, steht außer Zweifel. Der Angeklagte hat es zugegeben.

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