Berlin - Die vom Verfassungsschutz beobachtete Scientology-Organisation in Berlin versucht nach wie vor, über Informationsstände auf sich aufmerksam zu machen. 2013 und in diesem Jahr hat Scientology dafür sieben Standorte in den Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg angemeldet. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Bildung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor. Die Organisation bezeichnet sich selbst als Kirche. Sektenexperten werfen Scientology vor, ihre Anhänger psychisch abhängig zu machen und finanziell auszubeuten.

Die Leitstelle für Sektenfragen des Berliner Senats informierte seit Anfang 2013 an Berliner Schulen in 18 Präventionsveranstaltungen über die Organisation. Bislang hatte die Leitstelle den Angaben zufolge zu fünf scientologischen Aussteigern Kontakt.

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes hat es Scientology auch im vergangenen Jahr nicht geschafft, aus dem gesellschaftlichen Abseits herauszukommen. Der Organisation sei es immer weniger gelungen, mit ihren Aktionen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen, heißt es im aktuellen Berliner Verfassungsschutzbericht. Die Behörden beziffern die Zahl der Scientology-Mitglieder in Berlin mit 130 (2012: 120). Bundesweit soll sich die Mitgliederzahl zwischen 3500 und 4500 bewegen. (dpa/bb)