Sebastian Rode in Berlin-Teglitz: Bayern-Profi verliert auf dem Schulhof

Ins Mannschaftstraining beim FC Bayern München steigt Sebastian Rode erst am Montag wieder ein. Am Freitag hat der Mittelfeldspieler aber trotzdem schon mal wieder gekickt – auf einem Schulhof in Steglitz. Er verstärkte eine Mannschaft von Grundschülern an der Grundschule am Insulaner in Lankwitz, konnte ihr aber trotz eines schönen Tores nicht zum Sieg gegen die Auswahl vom Beethoven-Gymnasium verhelfen.

Der Profispieler war natürlich nicht wegen eines einfachen Schulhofkicks von München nach Berlin geflogen. Er trat am Freitag auch gleich einen neuen Job an. Rode ist jetzt Botschafter. Die Position ist ehrenamtlich und wird seine Profikarriere nicht unterbrechen, aber vielleicht stimulieren. Der 25-Jährige setzt sich jetzt nämlich für Streetfootball3 ein. Das ist eine sehr spezielle Form des Fußballs, die ohne Schiedsrichter auskommt, dafür aber in drei Halbzeiten ausgetragen wird. Alle drei finden auf dem Platz statt, aber nur in einer wird gespielt.

Sebastian Rode schließt Wechsel zu Hertha BSC nicht aus

In der ersten Halbzeit legen die beiden Mannschaften gemeinsam die Regeln fest. Da geht es dann um Fair Play, aber auch um solche Dinge: Bevor das erste Tor geschossen werden darf, müssen erst alle Spieler den Ball berührt haben. Oder: Mindestens ein Tor muss von einem Mädchen geschossen werden. Die Streetfootballer3 spielen in gemischten Mannschaften. In der dritten Halbzeit wird ausgewertet, und die Fair-Play-Punkte werden verteilt. Und die zählen so viel, dass die Mannschaft, die weniger Tore erzielte, durchaus noch den Sieg davontragen kann.

Am Freitag geschah das aber nicht. Beide Mannschaften spielten fair, und so trugen die beiden Tore der Beethoven-Schüler zu deren Sieg bei. Die zwölfjährige Trinity Künzel, die eines davon geschossen hatte, zeigte sich auch nach dem Match ganz als faire Spielerin. „Ich glaube, Sebastian hat sich etwas zurückgehalten“, sagte sie, als sie sich mit ihrer Mannschaftskollegin Martha Mücke noch ein paar Bälle zuschoss. Das Spiel mit dem Profi hatte sie sichtbar nicht überanstrengt. An einem Autogramm war ihr nicht gelegen. „Ich bin Hertha-Fan“, sagte sie und lachte, dass ihre Zahnspange nur so blitzte.

Der Bayern-Profi war derweil fast in einem Pulk aus jugendlichen Fans verschwunden, die alle versuchten, ein Autogramm zu ergattern oder ein Selfie zu machen. Auf die Frage eines kleinen Fans, ob er sich vorstellen könnte, zu Hertha zu wechseln, antwortete er: „Man soll nie etwas ausschließen.“ Angesichts der jüngsten Spekulationen um einen mutmaßlichen Abschied von Bayern eine interessante Antwort.