Nach den Schüssen auf ein Lokal in Kreuzberg ist am Montag ein 25-Jähriger dem Haftrichter vorgeführt worden. Am Sonntagnachmittag hatte in der Urbanstraße ein bisher unbekannter Mann mit einer scharfen Schusswaffe auf die Fenster und Türen einer Bar gefeuert. Der 25-jährige mutmaßliche Komplize des Täters war zu dieser Zeit in dem Lokal. Mindestens sechsmal feuerte der Schütze auf die Fassade. Niemand wurde verletzt.

Die Polizei geht davon aus, dass der Schütze und sein 25-jähriger Begleiter mit Mitarbeitern des Ladens Streit hatten. „Während in dem Lokal der Streit handgreiflich wurde, schoss ein anderer Mann von außen mehrfach auf die Bar und flüchtete“, sagte Polizeisprecher Stefan Petersen. Der 25-Jährige konnte in der Bar von mehreren Männern überwältigt werden. Sie hatten erst auf ihn eingeschlagen und ihn dann der Polizei übergeben. Seine Verletzungen im Gesicht wurden in einem Rettungswagen behandelt. Zur Sicherung möglicher Schmauchspuren, die von Pulverdämpfen verursacht werden, hatten Polizisten ihm Papiertüten über die Hände gestülpt.

Polizei prüft Zusammenhang mit anderem Fall

Obwohl der türkischstämmige Mann, der in Berlin gemeldet ist, wohl nicht der Schütze ist, kam er wegen versuchten Totschlags vor den Haftrichter. Denn er und der unbekannte Schütze hätten ein Tötungsdelikt verabredet, vermuten Ermittler der Mordkommission. Außerdem hatte er ein Messer dabei, das er wohl auch zog. Es wurde später auf dem Gehweg sichergestellt.

Der Schütze ist weiterhin auf der Flucht. Die Hintergründe der Tat und der Auslöser des Streits seien bisher unklar, hieß es. Die sichergestellten Projektile und Hülsen werden nun mit Referenzmunition aus den Datenbanken der Polizei verglichen. So wollen die Ermittler herausfinden, ob die Waffe bereits bei früheren Straftaten abgefeuert worden ist.

Die Polizei prüft auch, ob es einen Zusammenhang mit einer anderen Schießerei am Sonntag gibt: Etwa sieben Stunden vor der Tat in Kreuzberg wurde einem 36-jährigen Mann auf einem Grünstreifen am Weinbrennerweg in Wittenau ins Bein geschossen. Auch in dieser Sache ist noch kein Täter ermittelt.