Berlin - Wenn Katharina Schmidt von ihrer Arbeit in Berliner Kitas erzählt, merkt man, dass sie sich große Sorgen macht - um die Eltern und vor allem um die Kinder. „Die ganz Kleinen werden in der Pandemie völlig vergessen“, sagt Schmidt. Seit gut einem halben Jahr arbeitet sie als Sozialarbeiterin in zwei Kitas im Bezirk Lichtenberg-Hohenschönhausen der Berliner SozDia-Stiftung. Soziale Arbeit in Kitas, die Beratung der Eltern und Erzieher, sei noch immer eine Seltenheit. „Ich bin froh, dass dieses Projekt zustande gekommen ist - gerade in dieser Zeit“, sagt die Berlinerin. 

Viele Eltern würden das Angebot dankend annehmen und Schmidt von ihren Sorgen und Ängsten berichten. „Die Eltern sind erschöpft, unsicher, gereizt. Sie geben zu, dass sie sich nicht mehr gut um den Beruf und die Kinder gleichzeitig kümmern können. Die Aggressivität steigt und die Frustrationstoleranz sinkt“, sagt Schmidt. „Ich habe viele Mütter, die zu mir kommen und erst einmal 20 Minuten lang weinen.“ Die Unsicherheit, die Anspannung, die Ängste der Eltern würden sich oft auf die Kinder übertragen. Diese würden unter anderem Schlafstörungen, Ängste, Aggressionen entwickeln. „Die Kinder brauchen Sicherheit, Schutz - doch das fehlt zurzeit in vielen Familien.“

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