Zum Weltfrauentag bietet die DB eine Lichtinstallation am Berliner Hauptbahnhof. 
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Berlin - In einer linken Koalition ist das anders? Denkt man. Auch im Berliner rot-rot-grünen Dreierbündnis hat es jetzt mehr als ein Jahr gedauert – vom Frauentag 2019 bis zum Frauentag 2020 –, bis sich nach den Linken auch die Grünen noch einmal ihren Standpunkt zum Paritätsgesetz vergegenwärtigt hatten. Dabei hat die Partei Experten in Sachen Paritätsgesetz, sie hat das erste überhaupt in Brandenburg lanciert. Sie kann die Argumente für die Regulierung runterbeten, die für ebenso viele Frauen wie Männer in den Parlamenten sorgen soll, kennt juristische Fallstricke genau.

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Der Beschluss der Grünen liegt so nah an dem der Linken, dass die verwundert fragen: Warum hat das so lang gedauert? Und warum arbeitet ihr nicht an unserem Gesetzesentwurf weiter, sondern schreibt noch einmal ein eigenes Papier?

Es steht zu befürchten, dass es daran liegt, dass Frauenrechte für linke Parteien nun das werden, was die Rechte von Autofahrern für konservative Parteien längst sind. In Zeiten von Metoo- und Equal pay-Debatten ein populäres Thema, das eine breite Zielgruppe anspricht. Das man gerne mit einem eigenen Feiertag, mit Blumen und starken Reden im Plenum feiert. Selfies statt Sacharbeit.

Bleibt zu hoffen, dass die SPD es jetzt zügig schafft, ihre Meinung zu formulieren – noch vor dem 8. März 2021.