In Berlin soll es nur schrittweise weitere Lockerungen geben.
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BerlinIn Berlin sollen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nur Schritt für Schritt zurückgenommen werden. Das erklärte Finanzsenator Matthias Kollatz nach der Senatssitzung am Dienstag vor Journalisten. 

Der SPD-Politiker wandte sich damit gegen Überlegungen des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke), der sich für ein Ende der allgemeinen Corona-Beschränkungen in Thüringen ausgesprochen und dies mit den geringen Infektionszahlen des Landes begründet hatte. „Was ich sagen kann, auch angesichts der Diskussion, die aus Thüringen vermeldet wird, es gibt in Berlin eine klare Auffassung darüber, dass es bei einem gestuften Lockerungskonzept bleiben soll“, erklärte Kollatz.

Auf dieser Basis sollen Kollatz zufolge auch die Beratungen bei der Sondersitzung des Senats am Donnerstag geführt werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob und wann Fitnessstudios, Kneipen und Bars, Clubs und Diskotheken wieder öffnen oder ab wann es keine Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Demonstrationen mehr gibt. Kollatz kündigte an, dass der Senat eine Reihe solcher Details am Donnerstag diskutieren und auch entsprechende Beschlüsse fassen wolle.

Brandenburg lockert Corona-Maßnahmen weiter

In Brandenburg werden die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Ab Donnerstag (28. Mai) sind Demonstrationen und Gottesdienste im Freien mit bis zu 150 Teilnehmern erlaubt, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag ankündigte. Außerdem dürfen sich draußen wieder bis zu zehn Menschen treffen. Private Feiern sind ab Donnerstag mit bis zu 50 Personen möglich.

Außerdem können die coronabedingt geschlossenen Theater, Kinos und Konzerthäuser in Brandenburg ab 6. Juni unter Auflagen wieder öffnen. In Räumen können dann Veranstaltungen mit bis zu 75 Menschen stattfinden, im Freien mit bis zu 150 Menschen. Theater, Konzerthäuser und Kinos haben seit etwa Mitte März geschlossen. Fitnessstudios, Tanzschulen, Turn- und Sporthallen können nach einer früheren Übereinkunft bereits ab dem 28. Mai unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln wieder aufmachen, Hallen- und Thermalbäder unter Hygieneauflagen ab 13. Juni. Indoor-Spielplätze sind weiter zu.

Ein Abstand von eineinhalb Metern zum Nächsten gilt weiter. Das Tragen von Schutzmasken in öffentlichen Bussen und Bahnen sowie in Geschäften ist ebenfalls weiter Pflicht. Die Regeln sind vorerst bis 15. Juni in Kraft, zehn Tage länger als die bisherigen. Von Montag auf Dienstag kamen acht Corona-Infektionen im Land neu hinzu.

Auch Sachsen plant grundlegende Änderungen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte am Wochenende angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine Beschränkungen zu verzichten und auf „lokale Ermächtigungen“ sowie Eigenverantwortung zu setzen. Sachsen plant - wenn es bei einer stabilen Zahl neuer Infektionen bleibt - eine grundlegende Änderung bei Beschränkungen.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) will den Ländern unter anderem vorschlagen, den Mindestabstand von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit und die Maskenpflicht in bestimmten Bereichen beizubehalten. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor.