Lkw's sollen nun auch sicherer gemacht werden. 
Foto: imago images

Berlin  Der tödliche Unfall von Johannisthal, bei dem am Sonntag eine Radfahrerin von einem BVG-Bus überrollt wurde und starb, führt es einmal mehr vor Augen: Das Rechtsabbiegen ist eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr. Technisch könnten vor allem Abbiegeassistenzsysteme eine Hilfe sein, die dem Fahrer signalisieren, wenn er Radfahrer oder Fußgänger gefährdet.

Lesen Sie auch: Wie Berlins Straßen für Radfahrer sicherer werden könnten  >> 

Ab Mitte 2022 ist der Einbau solcher Assistenzsysteme in Lastwagen ab 3,5 Tonnen für neue Fahrzeugtypen verpflichtend, ab Mitte 2024 gilt die Pflicht für alle Neufahrzeuge. Jetzt will die Senatswirtschaftsverwaltung die Lücke bis 2022 mit einem Förderprogramm abdecken.  Das Berliner Programm ergänzt ein Programm des Bundes von 2019. Weil die Fördermittel daraus wegen der großen Nachfrage nach kurzer Zeit ausgeschöpft waren, kamen viele Antragsteller zu kurz.

Abbiegeassistenten mit Warnsignal

Nach Angaben der Senatsverwaltung betraf das auch Berliner Unternehmen. Jetzt legt Berlin nach – mit dem Unterschied, dass diesmal nur der Einbau solcher Abbiegeassistenzsysteme gefördert wird, die über ein Kamera-Monitor-System inklusive eines akustischen oder optischen Warnsignals verfügen. Diese gelten als die derzeit sichersten marktüblichen Systeme.

Zur Erinnerung: Der BVG-Bus, der am Sonntag mit der Radfahrerin kollidierte, verfügte zwar über ein Kamera-Monitor-System, jedoch eines ohne Warnsignale. Das gilt im Übrigen für alle rund 1 100 BVG-Busse, die bisher überhaupt über einen Abbiegeassistenten verfügen. Das Berliner Förderprogramm richtet sich vor allem an Spediteure und Logistikdienstleister.