Sportvereine können in Berlin ab dem 15. Mai, zunächst in kleineren Gruppen, den Trainingsbetrieb im Freien wieder aufnehmen.
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BerlinBerlin läutet die zweite Runde der Lockerungen in der Corona-Krise ein und kehrt in Gastronomie, Tourismus, Sport sowie den Schulen ein Stück weit zur Normalität zurück. Das teilte der rot-rot-grüne Senat nach einer Bund-Länder-Konferenz und einer Sondersitzung im Roten Rathaus am Mittwochabend mit.

Ab dem 9. Mai dürfen nun auch Geschäfte, die größer als 800 Quadratmeter sind, auf voller Fläche wieder öffnen. Ab dem 11. Mai dürfen „körpernahe Dienstleistungen“, also zum Beispiel Kosmetik- oder Massagestudios, den Betrieb wieder aufnehmen. Restaurants und Gaststätten dürfen am 15. Mai wieder im Innen- und Außenbereich öffnen, zunächst aber nur bis 22 Uhr abends. Hotels dürfen ab dem 25. Mai wieder Touristen empfangen. Sportvereine können ebenfalls ab dem 15. Mai, zunächst in kleineren Gruppen, den Trainingsbetrieb im Freien wieder aufnehmen. Weiterhin geschlossen bleiben müssen Bars, Kneipen und Clubs.

Die Bildungsverwaltung gab bereits am Nachmittag bekannt, dass ab 11. Mai auch Schüler der Klassen 1, 5 und 7 wieder in die Schulen gehen sollen, ebenso Schüler „mit besonderem Unterstützungsbedarf“, unabhängig von ihrer Jahrgangsstufe. Wer darunter fällt, können die Schulen bestimmen.

Maskenpflicht, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen bleiben in Kraft

Einige zentrale Corona-Regeln gelten für alle Berliner weiterhin: Der Mindestabstand von 1,5 Metern soll gehalten werden. Auch die Kontaktbeschränkungen bleiben vorerst bis zum 5. Juni bestehen, werden aber leicht gelockert. Jetzt dürfen sich Mitglieder zweier Hausstände, nicht nur eines Haushalts, treffen – auf Abstand. Der Mund-Nasenschutz soll im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften getragen werden.  

Am Mittwochmittag hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die 16 Ministerpräsidenten in einer Telefonkonferenz besprochen. Der Bund hatte dort aber – im Gegensatz zu früheren Konferenzen während der Pandemie – den Bundesländern weitestgehend freie Hand gelassen. Stimmen aus Senatskreisen bewerten diese Entscheidung der Kanzlerin kritisch: Merkel kapituliere vor der Eigenwilligkeit einiger Länder. Das sei „Irrsinn“.

Andere Länder, sogar das besonders schwer betroffene Bayern, hatten bereits in den vergangenen Tagen Öffnungstermine für Gastronomie und Tourismus angekündigt. Neben den Abstands- und Hygieneregeln einzige Vorgabe für alle Bundesländer: eine „Notbremse“, wie Merkel es formulierte, für den Fall, dass die Zahl der Infektionen wieder sprunghaft steige.

Verzeichnet ein Landkreis  mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen, sollen Lockerungen wieder zurückgenommen werden können. Die Stadtstaaten hatten in der Videokonferenz gegen diese Vorgabe protestiert. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) betonte später, dass das Abriegeln einzelner Bezirke oder eine Ungleichbehandlung nicht in Frage käme. Man müsse entweder einzelne, von Infektionen stark betroffene Institutionen abriegeln oder über Konsequenzen für ganz Berlin diskutieren, sollten sich die Zahlen verschlechtern.