Senat in Berlin: Bildungssenatorin Sandra Scheeres entlässt Staatssekretär Mark Rackles

Berlin - An der Spitze der Bildungsverwaltung vollzieht sich ein überraschender Personalwechsel. Bildungssenatorin Sandra Scheeres wird auf der Senatssitzung an diesem Dienstag um die Entlassung ihres langjährigen Staatssekretärs Mark Rackles (alle SPD) bitten. Der 52-jährige Rackles soll in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Das erfuhr die Berliner Zeitung unabhängig aus mehreren Quellen. Nachfolgerin soll Beate Stoffers, langjährige Sprecherin von Scheeres, werden. Eine Person, die offenkundig das Vertrauen der Senatorin genießt.

Wie so oft ist auch in diesem Fall die Rede von einer Entscheidung im gegenseitigem Einvernehmen. Thorsten Metter, der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Bildungsverwaltung, sagte am Montag auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir wollen dem Senat nicht vorgreifen.“

Rackles hatte gemeinsam mit Scheeres im Jahr 2011 sein Amt angetreten. Zuletzt hatten beide SPD-Politiker in einer zentralen Frage unterschiedliche Positionen: Scheeres hatte sich recht überraschend im Vorfeld des SPD-Landesparteitages Ende März für die Rückkehr zur Lehrerverbeamtung stark gemacht, der profilierte SPD-Linke Rackles war strikt dagegen. Noch im Oktober hatte er sich öffentlich dagegen ausgesprochen.

Stoisch wirkende Senatorin Sandra Scheeres und teils hitzköpfiger Mark Rackles

Auch in anderen Fragen gab es dem Vernehmen nach Meinungsverschiedenheiten zwischen der eher stoisch wirkenden Senatorin und dem teils hitzköpfigen Rackles, der seine Positionen auch gern mal in scharf formulierten E-Mails und Briefen kundtut.
Insgesamt hat der arbeitsame Rackles in den vergangenen Jahren sehr häufig die Rolle des Feuerwehrmannes gespielt, der sich um Problemschulen und sich zuspitzende Personalkonflikte kümmerte.

Nicht immer bewies er dabei eine glückliche Hand: An der Johanna-Ecke-Sekundarschule in Tempelhof etwa ließ er einen Personalkonflikt im Kollegium lange laufen.

Mark Rackles war vor einem Jahr bereits aus dem SPD-Landesvorstand ausgeschieden

Mitarbeiter in der Bildungsverwaltung verwiesen darauf, dass Rackles sich gut sieben Jahre lang auch in kleinteilige Problemfälle reingekniet habe. „Aber er hat sich dabei auch ziemlich aufgerieben“, hieß es. Zuletzt hatte ihm Scheeres noch die Leitung der Taskforce Schulbau übertragen, eine Mammutaufgabe. Die Senatorin wollte diese Stelle unbedingt bei sich im Hause haben, nicht etwa an die Senatskanzlei abgeben. Scheeres konnte sich derweil anderen, teils gefälligeren Themenfeldern widmen.

Rackles war vor einem Jahr bereits aus dem SPD-Landesvorstand ausgeschieden und hatte dabei in einem öffentlichen Brief auch Kritik an SPD-Parteichef Michael Müller geübt. Von „Mehltau“ war darin die Rede.