Die Berliner Luft soll während Corona besser geworden sein.
Foto: imago images / Jürgen Ritter

BerlinDie Corona-Beschränkungen zeigen erste Auswirkungen auf die Berliner Luft: Sie wird besser. «Die Immissionswerte sind an allen Messstellen gesunken», teilte die Senatsverkehrsverwaltung der Deutschen Presse-Agentur in einer vorläufigen Bilanz des sogenannten Shutdowns mit. «Auch im Vergleich mit zwei Vorjahren ergibt sich eine deutlich geringere Belastung.»

Verglichen mit den Vormonaten sanken die Stickstoffdioxidwerte an den Messstellen der Hauptverkehrsstraßen in der Innenstadt ab Mitte März um gut ein Viertel. Auch in Wohngebieten und am Stadtrand sank die Belastung.

«Der Rückgang des Verkehrs ist ein großräumiges, nicht nur auf Berlin oder einzelne Straßen beschränktes Phänomen», erklärte die Behörde. «So verringerte sich auch die weiträumige Hintergrundbelastung außerhalb der Stadt.»

Noch sei es zu früh, den Wettereinfluss vollständig herauszurechnen, schreibt die Behörde. «Allerdings ist der Effekt des Shutdown relativ groß.» Trotz Wetterschwankungen sei seit Mitte März deutlich zu erkennen, dass die Belastung sinkt.

Drei Viertel der Stickstoffdioxidbelastung an Hauptverkehrsstraßen kommt den Angaben zufolge aus Auto-Auspuffen. Weil Schulen schlossen und viele Beschäftigte von zu Hause arbeiteten, ging ab Mitte März etwa an der Leipziger Straße der Autoverkehr um ein Drittel zurück, wie die Verkehrsinformationszentrale ermittelte. An der Frankfurter Allee war es ein Viertel.

Doch die Luft dürfte bald wieder schmutziger werden. Weil die Corona-Maßnahmen schrittweise gelockert wurden, nimmt der Verkehr seit Ende April stadtweit wieder zu. Im Berufsverkehr stehen Autofahrer wieder häufiger im Stau - auch aufgrund von Baustellen, die mit Beginn der Osterferien eröffnet worden waren.

Kein flächendeckender Rückgang der Belastung ist bislang beim Feinstaub erkennbar. An den Neuköllner Messstationen etwa lagen die Werte im März und April. Ähnlich war es an der Karl-Marx-Straße und an weiteren Messstellen wie etwa dem Mariendorfer Damm. Dabei spielt jedoch der Wind eine große Rolle, der Partikel über weite Strecken hinweg in die Stadt tragen kann. Diese Effekte lassen sich erst nach mehreren Monaten herausrechnen.