Berlin - Fahrgäste freuen sich, Taxibetreiber sind empört. Wer per App zum Beispiel bei Uber oder Free Now einen Mietwagen mit Fahrer bestellt, kommt auch in Berlin oft preiswerter ans Ziel als mit einem Taxi. Doch jetzt prüft die Senatsverwaltung, eine neue gesetzliche Möglichkeit zu nutzen und für den Verkehr mit Mietwagen künftig Mindesttarife festzusetzen. Das könnte dazu führen, dass der Preisvorteil in Berlin schmilzt – oder ganz verschwindet. Der Verband „Wir fahren“, in dem sich Mietwagenbetreiber zusammengeschlossen haben, schlägt Alarm. „Die Berliner Mietwagenbranche hat unter der Coronakrise sehr gelitten“, heißt es in einem offenen Brief, den Verkehrs-Staatssekretär Ingmar Streese (Grüne) vor kurzem erhalten hat. „Jetzt, wo wir beginnen uns zu erholen, soll uns der Hahn wieder zugedreht werden.“

„Einer jungen aufstrebenden Branche wird die Existenz entzogen“, befürchtet Thomas Mohnke, der Vorsitzende des Verbands. Er betreibt in Berlin 90 Fahrzeuge – für den US-amerikanischen Fahrdienst Uber, der keine eigenen Autos hat. Wer mit der Uber-App in Berlin ein Auto bestellt, hat gute Chancen, dass ein Mietwagen aus Mohnkes Fuhrpark vorfährt. „Ich bin ein Uber-Partner der ersten Stunde“, so der Unternehmer zur Berliner Zeitung. Die Fahrer seien alle bei ihm angestellt, die Bezahlung liege über dem Mindestlohn von derzeit 9,50 Euro brutto pro Stunde. „Ich zahle zehn Euro plus Prämien. Wer besonders produktiv ist, kann auf bis zu 12,50 Euro pro Stunde kommen.“

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