Berlin - Ein Boulevard ohne Autos. Mit dem Kraftfahrzeug die Linden entlang fahren – das wird künftig nicht mehr erlaubt sein. Am Montag stellte Verkehrssenatorin Regine Günther Pläne vor, nach denen die Berliner Prachtstraße zwischen dem wieder aufgebauten Schloss und dem Pariser Platz vom motorisierten Individualverkehr befreit wird. „Es handelt sich um ein eminent wichtiges Projekt“, sagte die Grünen-Politikerin. „Wir wollen das Grün stärken, Fläche entsiegeln. Unter den Linden soll ein attraktiver Stadtraum werden, vor allem für die Zu-Fuß-Gehenden.“ Allerdings müssen das Landesdenkmalamt und der Bund mitspielen - Unter den Linden ist eine Bundesstraße. „Wenn der Bund nicht mitzieht, haben wir ein Problem“, so Günther.

So kann man es auch formulieren: „Die Straße ist müde“, sagte Lutz Adam, der in der Senatsverkehrsverwaltung die Abteilung Tiefbau leitet. Die 61 Meter breite Straße im östlichen Stadtzentrum, die sich 1,3 Kilometer weit von Ost nach West durch das Denkmalensemble Dorotheenstadt zieht, gibt auf den knapp 800 Metern zwischen der Wilhelm- und der Universitätsstraße ein ziemlich desolates Bild ab. Die rund 14 Meter breiten Fahrbahnen sind voller Wellen und Schlaglöcher. Die Bauarbeiten zur Verlängerung der U-Bahn-Linie U5 haben weitere große Lücken in den Baumbestand gerissen, der schon vorher stark geschädigt war. „Nur noch ein Viertel der Linden sind gesund und zukunftsfähig“, bilanzierte Klaus Wichert von der Umweltverwaltung. Bei seinen aktuellen Planungen schließt der Senat Baumfällungen nicht aus. 

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