Berlin - Derk Ehlert ist so etwas wie der offizielle oberste Naturfan der Berliner Verwaltung. Er ist der Wildtierreferent des Senats – und auch zuständig für die Bereiche Baumschutz und besondere Naturereignisse. In dieser Funktion spricht der 53-Jährige eine klare Warnung aus. „Wir bitten alle Berliner ausdrücklich darum, am Wochenende nicht in die Wälder zu gehen“, sagte er der Berliner Zeitung.

Der Grund sind die schweren Schäden durch die drei Stürme in der jüngsten Vergangenheit. Ehlert sagt, dass die Winde auch nach dem eigentlichen Ende des letzten Sturms noch so stark waren, dass die Forstarbeiter erst ab Dienstag dieser Woche mit den Aufräumarbeiten beginnen konnten. „Die Berliner Forsten sind mit etwa 200 Leuten im Einsatz“, sagte er. Die wichtigsten Arbeiten werden wohl noch bis Mitte kommender Woche andauern.

Viel Sonne angekündigt

Die Betretungswarnung ist deshalb wichtig, weil für das Wochenende zwar noch recht kühle Temperaturen angekündigt sind, aber reichlich Sonnenschein.

Die Forstleute räumen zuerst die umgefallenen Bäume von den Wegen, damit sie auf ihnen dann die anderen umgestürzten Bäume aus den Wäldern holen können. „Bis alle Schäden beseitigt sind, wird es noch einige Wochen dauern“, sagte Ehlert, der in Pressestelle der Senatsumweltverwaltung arbeitet.

Volkmar Otto
Derk Ehlert ist studierter Landschaftsplaner.

Die Fachleute weisen darauf hin, dass das Betreten von Wäldern grundsätzlich auf eigene Gefahr erfolgt. Der Vorteil ist derzeit, dass an den Laubbäumen noch das Grün fehlt und dass gut zu erkennen ist, ob in den Kronen abgebrochene Äste hängen. Das Problem ist aber, dass solche Äste oder entwurzelte Bäume, die an anderen Bäumen lehnen, auch bei völliger Windstille plötzlich in die Tiefe stürzen können. Ein weiterer Nachteil: Die Mehrheit der Bäume sind Nadelbäume. „Und in ihren grünen Kronen ist nicht zu sehen, ob dort Äste abgebrochen sind, die herabstürzen können“, sagte Ehlert.

Weniger Schäden als befürchtet

Die Schadensbilanz der Stürme blieb unter den ersten Befürchtungen. Erste Hochrechnungen ergaben, dass 10.000 Festmeter Holz umgeworfen wurden. Beim bislang größten Sturm „Kyrill“ waren es 2007 fast doppelt so viele. Auch beim Sturm „Xavier“ war es 2017 mehr. Bei „Xavier“ lag der hohe Schaden vor allem daran, dass er im Oktober über das Land fegte. „Da waren auch die Kronen der Laubbäume noch grün und voller Blätter und boten dem Sturm damit viel mehr Angriffsfläche“, sagte Ehlert.

Von den Schäden besonders betroffen waren offensichtlich Bäume, die unter der massiven Trockenheit in den Dürrejahren 2018, 2019 und 2020 besonders gelitten haben. Außerdem beobachten die Fachleute, dass der Sturm nicht nur frei stehende Bäume am Waldrand umgeworfen hat, sondern oft auch einzelne Bäume oder Baumgruppen mitten im Wald – die Ursache: Fallwinde, die die Bäumen von oben niederdrückten.