Es ist ein Dienstag, an dem vor 60 Jahren die Entscheidung fällt: Am 1. Juni 1954 bekommt West-Berlin einen eigenen Rundfunksender mit dem Namen SFB – Sender Freies Berlin. Zwar gibt es in der damaligen sogenannten Frontstadt bereits eine Sendeanstalt, die die westlichen Werte propagiert, aber der Rias – der Rundfunk im Amerikanischen Sektor – ist, wie sein Name schon andeutet, keine deutsche Konstruktion. Gegründet und bezahlt wird der Rias von den Amerikanern, und die geben natürlich damit auch die politische Linie vor.

Beim SFB soll das anders sein – er wird aus Rundfunkgebühren der Berliner bezahlt, ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt und soll dem Berliner Rundfunk Paroli bieten. Denn der Berliner Rundfunk ist eigentlich der Hauptstadtsender, seit es seit 1931 Rundfunk in der Stadt gibt. Aber der Berliner Rundfunk wird seit Kriegsende von den Sowjets kontrolliert, die drei Westalliierten haben in dem Haus an der Masurenallee in Westend nichts zu sagen. Seit 1945 ist der Sender in der Hand der sowjetischen Militärverwaltung, obwohl das „Haus des Rundfunks“ im britischen Sektor liegt.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.