Senftenberger Ortsteil Hosena: Ermittlungen gegen Personal am Bahnhof

Senftenberg - Nach dem Zugunglück im Senftenberger Ortsteil Hosena wird gegen das verantwortliche Bahnhofspersonal ermittelt. Das teilte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon am Montag in Cottbus mit. Es bestehe der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung und Gefährdung des Bahnverkehrs. Höchstwahrscheinlich gehe der Auffahrunfall auf das Stellwerkspersonal zurück, sagte ein Eisenbahner der Berliner Zeitung. Es ließ ersten Erkenntnissen zufolge zu, dass der eine Güterzug auf das Gleis fahren konnte, auf dem sich bereits der andere Güterzug befand. Der Lokführer des auffahrenden Zuges hatte offenbar grünes Licht. „Das Stichwort lautet: Einfahrt auf besetztes Gleis“, so der Eisenbahner.

Untersuchungen in alle Richtungen

Seit Montagfrüh ist die Bahnstrecke Ruhland – Hoyerswerda wieder frei, meldete die Deutsche Bahn (DB). Sie war seit dem 11. November unterbrochen. Gegen 18.30 Uhr war ein Güterzug von DB Schenker Rail, der 39 leere Wagen von Königs Wusterhausen nach Spreewitz bringen sollte, in Hosena auf einen Zug des privaten Bahnunternehmens Freightliner geprallt. Der Freightliner-Zug hatte 3500 Tonnen Split geladen, der vom Steinbruch Koschenberg nach Schwarzkollm befördert werden sollte, und wollte gerade losfahren. Durch den Aufprall wurden eine Lok und mehrere Wagen stark beschädigt, der DB-Lokführer kam leicht verletzt in eine Klinik.

„Die Untersuchungen gehen in alle Richtungen,“ sagte Moritz Huckebrink vom Eisenbahn-Bundesamt. Sie beziehen sich auch auf die Stellwerke, in denen Fahrdienstleiter und Weichenwärtertätig waren.

Am Montag ereignete sich im Süden Brandenburgs ein weiterer Bahnunfall. In Vetschau entgleiste die Lok eines Güterzugs, der auf den Abzweig zum einstigen Heizkraftwerk fahren wollte, gegen 5.30 Uhr an einer Weiche. Der Zug blockierte die Strecke Berlin–Cottbus, die bis 7 Uhr gesperrt blieb. (mit dpa)